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VfL Wolfsburg:Früher Werksklub mit Ambitionen – heute ein teurer Trümmerhaufen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Als VfL-Wolfsburg-Fan weißt du irgendwann gar nicht mehr, ob du lachen, weinen oder einfach nur den Kopf gegen die Wand schlagen sollst. Dieser Verein hat gerade tatsächlich geschafft, was jahrelang als praktisch unmöglich galt: Mit Milliarden-Konzern im Rücken, hochbezahlten Nationalspielern und fast 70 Millionen Euro Transferausgaben steigt man nach 29 Jahren aus der Bundesliga ab. Da muss man erstmal hinkommen.

Und das Schlimmste daran: Es überrascht eigentlich niemanden mehr.

Denn dieser Abstieg ist nicht einfach Pech oder ein verlorenes Relegationsspiel. Dieser Abstieg ist die Quittung für Jahre voller Planlosigkeit, Selbstüberschätzung und seelenloser Kaderpolitik. Wolfsburg wirkte die gesamte Saison wie eine zusammengewürfelte FIFA-Karriere ohne Taktik und ohne Mannschaftsgeist.

Da laufen Spieler auf dem Platz herum, die wahrscheinlich mehr verdienen als manche Bundesligisten insgesamt kosten – und schaffen es trotzdem nicht, einen Fünf-Meter-Pass sauber zum Mitspieler zu bringen. In der Verlängerung gegen Paderborn sah das teilweise aus wie Betriebssport nach der Weihnachtsfeier. Bälle ins Nichts. Orientierungslosigkeit pur. Chaosfußball deluxe.

Und während Paderborn wie eine echte Mannschaft auftrat, stand Wolfsburg da wie elf Individualisten, die sich zufällig am Stadionparkplatz getroffen haben. Genau das macht diesen Abstieg so bitter.

Früher hatte Wolfsburg wenigstens noch eine Identität. Meister 2009. Pokalsieger. Europa. Leidenschaft. Spieler, die den Verein verstanden haben. Heute wirkt der VfL wie eine überteuerte Unternehmenspräsentation mit Fußballschuhen.

Drei Trainer in einer Saison. Millioneninvestitionen. Keine Spielidee. Kein Charakter. Kein Plan. Aber Hauptsache wieder irgendwelche „strategischen Entwicklungsprozesse“ im Hintergrund. Wahrscheinlich gibt’s demnächst erstmal einen Workshop zur emotionalen Neuausrichtung der Kabinenpflanzen.

Besonders traurig ist dabei, wie leer dieser Verein inzwischen wirkt. Selbst nach dem Abstieg schweigen sich die meisten Profis einfach weg. Kaum einer stellt sich hin. Kaum einer übernimmt Verantwortung. Statt Wut oder Trotz sieht man nur Leere. Genau diese Leere beschreibt den Zustand des VfL momentan wahrscheinlich am besten.

Und trotzdem kassieren viele dieser Spieler weiterhin ihre Millionenverträge.

Natürlich wird jetzt wieder von „Neuanfang“ gesprochen. Von „Analyse“. Von „ehrlicher Aufarbeitung“. Das kennt man in Wolfsburg inzwischen fast besser als Siege. Wahrscheinlich kommt bald wieder irgendein Sportdirektor mit einer PowerPoint-Präsentation und erklärt, warum der Abstieg eigentlich eine große Chance sei.

Klar.

Die Wahrheit ist doch: Dieser Verein hat sich über Jahre selbst kaputt verwaltet. Man hat Spieler verpflichtet, die nicht zusammenpassen. Führungsspieler abgegeben. Identifikation verloren. Und am Ende bleibt nur ein teurer Kader ohne Seele.

Früher wurde Wolfsburg belächelt, weil der Klub so künstlich wirkte. Heute wird Wolfsburg bemitleidet.

Und das tut fast noch mehr weh als der Abstieg selbst.

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