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Nur die Spitze des Eisberges?

jorono (CC0), Pixabay
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Manchmal schreibt die Realität wirklich die besten Satiren. Während normale Bürger in Europa jeden Kassenbon aufheben müssen, damit bloß keine Steuererklärung falsch ausgefüllt wird, scheint in Griechenland jahrelang eine ganz eigene Form der Landwirtschaft geblüht zu haben: Fantasie-Farming auf höchstem Niveau.

Olivenbäume auf Militärflughäfen? Kein Problem. Weideland auf archäologischen Ausgrabungsstätten? Warum nicht. Und der absolute Höhepunkt: Bananenplantagen auf dem Olymp. Wahrscheinlich wurden die Götter dort inzwischen direkt mit EU-Subventionen versorgt.

Da kommt man wirklich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Die Ermittler haben inzwischen 39 Verdächtige festgenommen. Darunter Buchhalter, Behördenmitarbeiter und Personen, die eigentlich dafür zuständig waren, genau solche Betrügereien zu verhindern. Das erinnert ein bisschen an einen Bankräuber, der gleichzeitig die Alarmanlage installiert. Angeblich geht es allein in diesen Fällen um rund 7,5 Millionen Euro Schaden. Und viele Beobachter fragen sich längst: Ist das wirklich alles?

Denn je tiefer die Ermittler graben, desto absurder wird die Geschichte. Offenbar kassierten Menschen Agrarsubventionen, die mit Landwirtschaft ungefähr so viel zu tun hatten wie ein Toaster mit Raumfahrttechnik. Manche beantragten Fördergelder für Grundstücke, die ihnen gar nicht gehörten. Andere erfanden offenbar einfach größere Viehbestände. Wahrscheinlich liefen irgendwo demnächst noch 300 imaginäre Schafe über einen Parkplatz.

Besonders bitter: Bezahlt wird das Ganze natürlich mit EU-Geldern – also letztlich mit dem Geld europäischer Steuerzahler.

Und während Brüssel seit Jahren immer neue Regeln, Dokumentationspflichten und Bürokratie-Wahnsinn für ehrliche Landwirte produziert, scheint man gleichzeitig bei solchen Fantasie-Anträgen erstaunlich wenig bemerkt zu haben. Offenbar reicht manchmal schon ein halbwegs überzeugender Antrag und ein paar kreative Flurstücke.

Dass inzwischen sogar die Immunität von elf Abgeordneten aufgehoben wurde, macht die Sache noch explosiver. Denn plötzlich geht es längst nicht mehr nur um ein paar schlaue Bauern oder trickreiche Buchhalter. Jetzt steht der Verdacht im Raum, dass politische Netzwerke beim großen EU-Subventions-Bingo kräftig mitgespielt haben könnten.

Die Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis gerät deshalb immer stärker unter Druck. Mehrere Minister und Staatssekretäre sind bereits zurückgetreten. Die Opposition fordert inzwischen Neuwahlen.

Und ganz Europa schaut wieder einmal fassungslos zu.

Denn der eigentliche Skandal ist vielleicht gar nicht nur der Betrug selbst – sondern wie lange dieses System offenbar funktioniert hat. Wenn plötzlich Bananenplantagen auf dem Olymp finanziert werden, fragt man sich zwangsläufig, was möglicherweise noch alles unentdeckt geblieben ist.

Vielleicht sind die aktuellen Festnahmen tatsächlich nur die Spitze des Eisberges. Oder besser gesagt: die Spitze des europäischen Subventions-Olymps.

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