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Verbraucherschutz: Warnungen vor Tiefkühlbeeren und alkoholfreiem Aperitif

Leovinus (CC0), Pixabay
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Zwei aktuelle Rückrufe betreffen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland: Lidl ruft tiefgekühlte Bio-Beeren wegen möglicher Noroviren zurück. Zudem warnt ein Importeur vor einem alkoholfreien Aperitif, bei dem Flaschen durch Nachgärung bersten können.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten derzeit zwei Produktrückrufe besonders beachten. Betroffen sind eine tiefgekühlte Beerenmischung der Marke Freshona, die bei Lidl verkauft wurde, sowie ein alkoholfreier SPRITZ Aperitivo von Pizzolato. In beiden Fällen raten Hersteller beziehungsweise Händler dazu, die betroffenen Produkte nicht weiter zu verwenden.

Lidl ruft Bio-Beeren wegen möglicher Noroviren zurück

Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG und Lidl Deutschland warnen vor dem Verzehr bestimmter Packungen der „Freshona Bio Beerenmischung“. In dem tiefgekühlten Produkt könnten Noroviren enthalten sein.

Betroffen sind 300-Gramm-Packungen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 17. April 2028 und 18. April 2028 sowie den Chargen L180426H3, L180426L3, L190426L3 und L190426N3. Andere Freshona-Produkte sollen nach Unternehmensangaben nicht betroffen sein.

Die Ware wurde in zahlreichen Bundesländern verkauft, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein soll die betroffene Charge nach aktuellem Stand nicht in den Handel gelangt sein.

Noroviren können plötzlich auftretendes Erbrechen und starken Durchfall auslösen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Neben Brechdurchfall können auch Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die betroffenen Beeren nicht essen und auch nicht für Smoothies, Desserts oder andere Speisen verwenden. Die Packungen können in jeder Lidl-Filiale zurückgegeben werden. Der Kaufpreis soll auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet werden.

Wer das Produkt bereits verzehrt hat und starke oder anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und bei Kreislaufproblemen, anhaltendem Erbrechen oder Anzeichen von Austrocknung ärztlichen Rat einholen.

Alkoholfreier Pizzolato-Spritz: Gefahr durch berstende Flaschen

Ein weiterer Rückruf betrifft den alkoholfreien „SPRITZ Aperitivo“ von Pizzolato in der 0,275-Liter-Glasflasche. Der Importeur Peter Riegel Weinimport GmbH warnt davor, dass einzelne Flaschen der betroffenen Charge durch Nachgärung unter Druck geraten und bersten können.

Betroffen ist das Produkt „SPRITZ Aperitivo alkoholfrei Pizzolato“ mit der Losnummer L.26113A und dem Mindesthaltbarkeitsdatum Ende April 2028. Hersteller ist La Cantina Pizzolato Srl aus Italien.

Nach Angaben des Importeurs könnte es bei der Abfüllung zu einer Verunreinigung gekommen sein. Dadurch kann eine Nachgärung entstehen, bei der sich Gas bildet. In verschlossenen Glasflaschen kann dies zu einem erheblichen Überdruck führen. Im schlimmsten Fall kann die Flasche platzen.

Das Risiko besteht vor allem beim Umgang mit der Flasche. Glassplitter können Schnittverletzungen verursachen, zudem kann austretender Inhalt Gesicht oder Augen treffen. Auch äußerlich unauffällige Flaschen sollten nicht als sicher angesehen werden.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten betroffene Flaschen nicht weiter lagern und nicht ungeschützt öffnen. Beim vorsichtigen Entleeren sollte die Flasche nur mit dickem Handschuh oder Handtuch umfasst werden; Gesicht und Körper sollten möglichst weit von Verschluss und Flasche entfernt bleiben. Bei beschädigten, undichten oder sichtbar unter Spannung stehenden Flaschen sollte der Händler oder Kundenservice kontaktiert werden.

Rückrufe ernst nehmen und Chargen prüfen

Die beiden Warnungen zeigen unterschiedliche Risiken: Bei den Tiefkühlbeeren steht eine mögliche gesundheitliche Belastung durch Noroviren im Mittelpunkt. Beim alkoholfreien Aperitif geht es vor allem um eine Verletzungsgefahr durch berstende Glasflaschen.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei Rückrufen stets Produktname, Verpackungsgröße, Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargennummer und Losnummer sorgfältig prüfen. Betroffene Produkte sollten nicht verzehrt oder weiterverwendet werden.

Wer unsicher ist, ob ein Produkt betroffen ist, sollte sich an den Händler, Hersteller oder die jeweilige Verkaufsstelle wenden.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf veröffentlichten Rückruf- und Verbraucherinformationen. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Originalmeldungen der Hersteller, Händler und Behörden. Eine individuelle medizinische oder rechtliche Beratung wird dadurch nicht ersetzt.

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