Nach Wochen wachsender Frustration an US-Flughäfen entspannt sich die Lage offenbar. Die Sicherheitskontrollen laufen wieder weitgehend reibungslos, die Wartezeiten sinken. Auslöser ist eine kurzfristige Entscheidung der Regierung von Donald Trump: Sicherheitskräfte der Transportsicherheitsbehörde TSA erhalten wieder Gehalt.
Zuvor hatten viele Beschäftigte über Wochen ohne Bezahlung gearbeitet – eine direkte Folge des anhaltenden Haushaltsstreits in Washington. Der Präsident griff schließlich per Dekret ein und ließ bereits eingeplante Mittel aus dem Haushalt des Heimatschutzministeriums umwidmen. Eine dauerhafte Lösung ist das jedoch nicht: Der Kongress hat bislang keine langfristige Finanzierung beschlossen.
Das zeigt sich auch in den Zahlen der vergangenen Tage. Am 27. März erreichte der Anteil der krankgemeldeten oder fehlenden TSA-Mitarbeiter mit über zwölf Prozent einen Höchststand. Noch zwei Tage später lag er bei über zehn Prozent. An einzelnen Flughäfen fiel zeitweise mehr als ein Drittel des Personals aus.
Besonders betroffen waren große Drehkreuze wie Atlanta, New York oder Houston. Lange Warteschlangen, teilweise geschlossene Kontrollpunkte und erhebliche Verzögerungen prägten das Bild. Reisende mussten deutlich mehr Zeit einplanen als üblich.
Mit den ersten Gehaltszahlungen scheint sich die Situation nun zu stabilisieren. Mehrere Flughäfen melden wieder kurze Wartezeiten. In Baltimore etwa sind alle Kontrollstellen geöffnet, in Philadelphia dauert die Sicherheitskontrolle rund zehn Minuten, in Houston teilweise nur wenige Minuten.
Doch Entwarnung will derzeit niemand geben. Der größte Flughafen der Welt, Atlanta, empfiehlt weiterhin, bis zu vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu erscheinen – ein deutlicher Hinweis darauf, wie fragil die Lage bleibt.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Verlässliche Informationen sind schwer zu bekommen. Die offizielle TSA-App wird während des teilweisen Regierungsstillstands nur unregelmäßig aktualisiert. Reisende müssen daher auf Angaben der Flughäfen selbst oder auf externe Anbieter zurückgreifen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt vor allem eines: Die Funktionsfähigkeit zentraler Infrastruktur hängt unmittelbar von politischer Handlungsfähigkeit ab. Solange der Haushaltskonflikt nicht gelöst ist, bleibt auch der Betrieb an den Flughäfen ein Provisorium – stabilisiert durch Notmaßnahmen, aber ohne nachhaltige Perspektive.
Kommentar hinterlassen