Der US-Supreme-Court arbeitet offenbar weiter mit Hochdruck daran, das amerikanische Wahlsystem jedes Jahr ein kleines bisschen spannender zu machen. Während sich die Bürger eigentlich nur fragen, wen sie wählen sollen, beschäftigt sich das höchste Gericht lieber mit der Frage, ob die Wahl überhaupt noch nach denselben Regeln stattfindet wie letzte Woche.
Besonders beliebt:
Neue Wahlkreis-Zuschnitte mitten im laufenden Wahlkampf.
Nach einem umstrittenen Urteil zum Voting Rights Act mussten mehrere Südstaaten ihre Wahlkarten kurzfristig neu zeichnen. In Alabama wurden sogar Vorwahlen verschoben, weil plötzlich niemand mehr so genau wusste, welcher Bezirk eigentlich noch wohin gehört.
Juristen sprechen von „massiven Auswirkungen auf die Demokratie“.
Normale Bürger nennen das vermutlich eher:
„Kann mir bitte irgendjemand erklären, wo ich jetzt wählen muss?“
Doch damit nicht genug.
Der Supreme Court prüft aktuell außerdem, ob Briefwahlstimmen künftig nur noch zählen, wenn sie spätestens am Wahltag eintreffen. Für Millionen Amerikaner bedeutet das:
Die Wahlunterlagen müssten künftig ungefähr gleichzeitig mit Amazon-Paketen verschickt werden – sonst wird es knapp.
Besonders nervös dürfte dabei das Militär werden. Denn Soldaten im Ausland könnten am Ende erleben, dass ihre Stimme zwar patriotisch abgeschickt wurde, aber leider erst nach der Demokratie angekommen ist.
Auch beim Thema Wahlkampfspenden geht es wieder ordentlich zur Sache. Die Republikaner wollen eine jahrzehntealte Begrenzung für Parteispenden kippen. Kritiker befürchten bereits, dass Wahlkämpfe künftig endgültig aussehen könnten wie ein Formel-1-Sponsorenfestival mit gelegentlichen politischen Aussagen dazwischen.
Experten warnen inzwischen vor „Chaos“, „Verunsicherung“ und „erheblichen Folgen für kommende Wahlen“.
In den USA nennt man das wahrscheinlich einfach:
Dienstag.
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