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Ungarn macht Ernst: Blinder Aikido-Meister wird Minister – bei uns reichen Blinde leider nur für Diätenerhöhungen

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Ungarn zeigt plötzlich, dass Politik auch mal überraschend sinnvoll sein kann – ein Zustand, den man in unseren Regierungsstuben vermutlich nur noch aus historischen Dokumentationen kennt.

Der designierte ungarische Regierungschef Peter Magyar hat angekündigt, dass künftig erstmals ein blinder Minister einem Ressort vorstehen wird: Vilmos Katai-Nemeth, Anwalt, Aikido-Schwarzgurt und offenbar jemand, der im echten Leben mehr Hindernisse überwunden hat als manche Berufspolitiker in ihrer gesamten Legislaturperiode.

Er soll Sozial- und Familienminister werden.
Und ja: Genau da gehört er vermutlich auch hin.

In Ungarn wird Kompetenz ernannt – bei uns meist Parteibuch mit Sitzfleisch

Die Begründung ist so einfach wie in vielen anderen Ländern revolutionär:
Das Ministerium ist unter anderem für Barrierefreiheit und Chancengleichheit zuständig – und Katai-Nemeth kennt die Herausforderungen von Menschen mit Behinderung aus eigener Erfahrung.

Ein Ansatz, der in unseren Breiten ungefähr so exotisch wirkt wie Haushaltsdisziplin oder Selbstkritik.

Denn während man in Ungarn offenbar jemanden nimmt, der weiß, wovon er spricht, hat man hier oft den Eindruck:

In der Regierung sitzen zwar auch jede Menge Blinde – aber leider ohne Aikido.

Kampfsport beherrschen sie nämlich meist nur dann, wenn es um die Aushandlung neuer Diäten geht.
Da wird dann plötzlich mit einer Präzision, Entschlossenheit und Geschwindigkeit gearbeitet, die man sonst höchstens von Steuerbescheiden kennt.

Blind – aber mit mehr Durchblick als ganze Ausschüsse

Katai-Nemeth verlor sein Augenlicht bereits mit 16 Jahren.
Statt sich in Talkshows über „Herausforderungen“ auszulassen, entwickelte er unter anderem sogar eine Selbstverteidigungsmethode für Sehbehinderte.

Also kurz zusammengefasst:

  • Anwalt
  • selbst betroffen
  • kennt reale Hürden
  • entwickelt praktische Lösungen
  • trägt schwarzen Gürtel in Aikido

Mit anderen Worten:
Ein Lebenslauf, bei dem hierzulande mindestens drei Staatssekretäre nervös anfangen würden, ihre Wikipedia-Seite zu aktualisieren.

Auch im Bildungsressort wird’s plötzlich fachlich – ein weiterer Schock für Europa

Als neue Bildungsministerin nominierte Magyar außerdem die Bildungsforscherin Judit Lannert.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Eine Bildungsforscherin wird Bildungsministerin.

Das ist ungefähr so, als würde man einen Arzt ins Gesundheitsministerium setzen oder einen Ingenieur über Brücken entscheiden lassen.
Also im Grunde politischer Extremismus – zumindest gemessen an mancher europäischen Praxis.

Orbán geht – und plötzlich sieht Ungarn mehr als andere

Am 9. Mai tritt das neue Parlament erstmals zusammen, dann wird Peter Magyar als Ministerpräsident vereidigt und löst Viktor Orbán nach 16 Jahren ab.

Und ausgerechnet jetzt kommt aus Ungarn eine Personalie, die vielen anderen Regierungen einen unangenehmen Spiegel vorhält:

Dort bekommt ein blinder Mann ein Ressort, weil er Kompetenz, Erfahrung und Perspektive mitbringt.
Hierzulande hat man oft das Gefühl, manche kommen ins Amt, weil sie im richtigen Moment im falschen Flur standen.

Fazit

Ungarn beruft einen blinden Aikido-Schwarzgurt zum Sozial- und Familienminister – und das wirkt auf Anhieb plausibler als so manche Kabinettsliste, die anderswo mit ernster Miene vorgestellt wird.

Aus Sicht von diebewertung.de bleibt vor allem eine Erkenntnis:

Blindheit ist in der Politik offenbar nicht das Problem.
Das Problem ist eher, wenn Menschen nichts sehen, nichts hören, nichts verstehen – und trotzdem Minister werden.

Der Unterschied zu Ungarn?
Dort hat der Blinde wenigstens einen schwarzen Gürtel.
Bei uns reicht es vielerorts nur für den sicheren Griff zur nächsten Diätenerhöhung.

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