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He-Man zwischen Trash, Nostalgie und Midlife-Crisis der Achtziger

Geekcdtoys (CC0), Pixabay
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He-Man ist zurück. Wieder einmal. Und wie so oft stellt sich bei „Masters of the Universe“ die große Frage:
Will dieser Film eigentlich eine liebevolle Hommage sein, eine Parodie, ein Marvel-Abklatsch oder einfach nur ein sehr teures Cosplay-Experiment mit Muskelöl?

Die neue Realverfilmung versucht jedenfalls alles gleichzeitig — und genau darin liegt vermutlich das Problem.

Diesmal landet Prinz Adam als Kind auf der Erde, wächst dort als normaler Teenager auf und entdeckt später wieder sein magisches Schwert. Danach geht es zurück nach Eternia, wo Skeletor wie gewohnt versucht, alles zu zerstören, was nicht bei drei auf Battle Cat sitzt.

Klingt erst einmal vertraut.
Fühlt sich aber oft an wie:
„Thor trifft TikTok trifft Samstagabend-RTL-Fantasy.“

Nicholas Galitzine spielt He-Man als eine Art Generation-Z-Superheld mit Fitnessstudio-Abo und emotionalem Selbstfindungsproblem. Idris Elba darf als traumatisierter Man-At-Arms auftreten, Jared Leto verwandelt Skeletor zeitweise in eine Mischung aus Gothic-Rockstar und schlecht gelauntem Zauberer auf einem Mittelalterfestival.

Das eigentliche Problem des Films:
Er weiß offenbar selbst nicht, ob er seine Figuren ernst nehmen oder permanent ironisch brechen möchte.

Mal wirkt alles wie eine liebevolle Achtzigerjahre-Hommage.
Dann plötzlich wie „Die nackte Kanone auf Eternia“.
Und fünf Minuten später wieder wie ein Marvel-Film auf Energy-Drink-Überdosis.

Besonders Fans der alten Serien und Actionfiguren dürften dabei innerlich zwischen Nostalgie und Nervenzusammenbruch schwanken.

Denn genau diese Fans wissen:
„Masters of the Universe“ war nie logisch — aber wenigstens konsequent absurd.

Heute dagegen wirkt vieles eher wie:
„Wir machen uns ein bisschen lustig über die Vorlage, hoffen aber trotzdem auf emotionale Fanliebe.“

Das funktioniert ungefähr so gut wie Skeletor in einem Bewerbungsgespräch beim Finanzamt.

Besonders bitter:
Der Look vieler Figuren sorgt bei Hardcore-Fans offenbar für regelrechte Schmerzen. Skeletors Muskelkostüm wird im Artikel sogar mit einem Faschingskostüm von Temu verglichen.

Und dann fehlen ausgerechnet Kultfiguren wie Mer-Man, Webstor oder Two Bad — stattdessen laufen irgendwelche generischen Fantasy-Monster durchs Bild, die aussehen, als hätte jemand „dunkle Kreatur“ bei einem KI-Bildgenerator eingegeben.

Der Film versucht dabei krampfhaft modern zu wirken:
Ironie.
Meta-Witze.
Selbstreferenzen.
Marvel-Tonfall.
Gen-Z-Energie.

Doch genau dadurch verliert er stellenweise das, was „Masters of the Universe“ eigentlich immer ausgemacht hat:
hemmungslosen, völlig ernst gemeinten Fantasy-Trash mit riesigen Muskeln und noch größeren Egos.

Denn He-Man war nie subtil.
He-Man war ein Mann, der mit Leoparden-Unterwäsche und Zauberschwert auf einem Kampftiger gegen einen Totenschädel kämpft.

Und genau deshalb liebten ihn Millionen Kinder der Achtziger und Neunziger.

Die eigentliche Tragik des Films:
Er scheint sich fast ein wenig für seine eigene Vorlage zu schämen.

Dabei hätten viele Fans vermutlich lieber einfach genau das bekommen:
grotesken Fantasy-Wahnsinn,
riesige Schwerter,
explodierende Skelette
und Skeletor beim dramatischen Herumschreien in Schloss Grayskull.

Stattdessen bekommt man oft das Gefühl, dass irgendwo im Hintergrund eine Marketingabteilung permanent ruft:
„Bitte ironisch genug bleiben, damit uns niemand peinlich findet!“

Am Ende bleibt deshalb ein Film, der zwar manchmal wirklich Spaß macht, aber ständig zwischen Fanservice, Selbstparodie und Identitätskrise hin- und herpendelt.

Oder anders gesagt:
He-Man rettet wieder Eternia —
aber offenbar weiß niemand so genau, wer eigentlich dieses Franchise retten soll.

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