Nach einer neuen Welle russischer Luftangriffe mit zahlreichen Todesopfern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die NATO zu zusätzlicher Unterstützung bei der Luftverteidigung aufgerufen. Nach ukrainischen Angaben kamen bei den Angriffen mindestens 21 Menschen ums Leben.
Selenskyj erklärte, Russland habe in der Nacht 351 Drohnen sowie 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Zwar seien zahlreiche Drohnen und Marschflugkörper abgefangen worden, gegen ballistische Raketen fehle der Ukraine jedoch weiterhin die notwendige Abwehrkapazität. Besonders verwies der Präsident auf den Bedarf an zusätzlichen Patriot-Flugabwehrsystemen und entsprechenden Raketen.
Vor Beginn des NATO-Gipfels in Ankara signalisierten NATO-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitere Unterstützung. Von der Leyen kündigte an, dass der Ausbau der ukrainischen Luftverteidigung ein zentrales Thema des Gipfels sein werde. Rutte betonte, alle Bündnispartner müssten ihren Beitrag leisten, da die Sicherheit der Ukraine eng mit der Sicherheit Europas verbunden sei.
Nach Angaben der deutschen Bundesregierung sollen auf dem Gipfel Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von mindestens 140 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 zugesagt werden. Die Mittel sollen überwiegend von den europäischen NATO-Partnern und Kanada bereitgestellt werden. Eine Diskussion über einen NATO-Beitritt der Ukraine wird hingegen nicht erwartet.
Am Rande des Gipfels soll es zudem zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj kommen. Im Mittelpunkt sollen Möglichkeiten zur Beendigung des Krieges stehen. Anschließend will Trump nach Angaben aus Washington auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen. Trump erklärte zuletzt, eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine sei näher, als viele Beobachter annähmen.
Während Russland seine Luftangriffe fortsetzt, intensiviert auch die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele in Russland. Nach ukrainischen Angaben wurden unter anderem eine große Ölraffinerie in Omsk sowie weitere Energie- und Industrieanlagen angegriffen. Russland meldete seinerseits die Abwehr von mehr als 600 ukrainischen Drohnen sowie Angriffe auf zahlreiche Regionen des Landes.
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