Kanada bestellt bis zu zwölf U-Boote bei TKMS
Die kanadische Regierung hat sich für den deutschen Marineschiffbauer TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems) entschieden. Wie Premierminister Mark Carney in Halifax bekanntgab, soll das Unternehmen bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD liefern. Damit setzte sich das deutsch-norwegische Angebot gegen einen südkoreanischen Wettbewerber durch.
Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag der Unternehmensgeschichte. Das Modell 212CD wurde gemeinsam von Deutschland und Norwegen entwickelt und gilt als eines der modernsten konventionellen U-Boot-Systeme weltweit.
Die Bundesregierung hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv für den Auftrag eingesetzt. Verteidigungsminister Boris Pistorius reiste mehrfach nach Kanada, um für das Projekt zu werben. Auch Außenminister Johann Wadephul begrüßte die Entscheidung und sprach von einem neuen Kapitel der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Industriepolitik.
Die Entscheidung besitzt auch geopolitische Bedeutung. Kanada bezog bislang den Großteil seiner militärischen Ausrüstung aus den USA. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten gilt jedoch seit der erneuten Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump als belastet. Neben Handelskonflikten sorgten auch Trumps wiederholte Aussagen, Kanada könne der 51. Bundesstaat der USA werden, für erhebliche Verstimmungen.
FIFA verteidigt Balogun-Entscheidung – Fragen bleiben offen
Nach den internationalen Diskussionen um die Aufhebung der Sperre des US-Nationalspielers Folarin Balogun hat sich die FIFA erstmals ausführlich zu ihrer Entscheidung geäußert.
Der Weltverband stellte klar, dass die Rote Karte gegen Balogun bestehen bleibe. Gleichzeitig sei es nach den Disziplinarregeln zulässig gewesen, die automatische Sperre von einem Spiel zur Bewährung auszusetzen.
Warum dieser außergewöhnliche Schritt erfolgte, bleibt allerdings weitgehend unbeantwortet. In der mehrseitigen Stellungnahme verweist die FIFA lediglich auf „besondere Umstände des Vorfalls“ sowie auf „vorliegende Beweismittel“, ohne diese näher zu erläutern.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall durch ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Trump bestätigte später öffentlich, er habe eine Überprüfung der Entscheidung angeregt, weil er das Foul nicht für rotwürdig gehalten habe. Infantino betonte dagegen, Gespräche mit Staats- und Regierungschefs gehörten zu seinem Alltag und hätten keinerlei Einfluss auf die unabhängigen Entscheidungen der FIFA-Gremien.
Der belgische Fußballverband scheiterte unterdessen mit seinem Protest gegen die Aufhebung der Sperre. Die FIFA erklärte den Einspruch für unzulässig, da Belgien nicht Verfahrenspartei gewesen sei.
Die Entscheidung dürfte die Diskussion über Transparenz und Unabhängigkeit der FIFA allerdings noch längere Zeit begleiten.
Waldbrände und Hitzewelle setzen Frankreich unter Druck
Während die Tour de France durch Südfrankreich rollt, kämpft das Land gleichzeitig gegen eine neue extreme Hitzewelle und mehrere großflächige Waldbrände.
Besonders betroffen sind die Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. Dort wurden seit dem Wochenende rund 4.600 Hektar Vegetation zerstört. Mehr als 10.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Mehrere Personen, darunter Feuerwehrkräfte, wurden verletzt.
Auch auf spanischer Seite wüten Brände. Im Naturschutzgebiet Les Gavarres sowie im Nationalpark Sierra de Espadan mussten zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Die Waldbrände beeinträchtigen inzwischen auch die Tour de France. Zuschauer wurden aus Sicherheitsgründen von einzelnen Streckenabschnitten ausgeschlossen, Begleitfahrzeuge reduziert und zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt. Tour-Direktor Christian Prudhomme sprach von einem „außergewöhnlichen Brand“, der außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich mache.
Für die kommenden Tage rechnen Meteorologen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad. In zahlreichen französischen Départements gilt die höchste Waldbrandwarnstufe. Weitere Einschränkungen für die Tour de France sind daher nicht ausgeschlossen.
Experten sehen in den immer häufiger auftretenden Extremtemperaturen einen deutlichen Hinweis auf die Folgen des Klimawandels. Bereits wissenschaftliche Studien empfehlen, Streckenführung und Zeitpläne großer Sportveranstaltungen künftig stärker an die zunehmenden Hitzebelastungen anzupassen.
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