Startseite Allgemeines Über 70 Millionen Warnungen an Menschen verschickt, die nach Missbrauchsdarstellungen von Kindern gesucht haben
Allgemeines

Über 70 Millionen Warnungen an Menschen verschickt, die nach Missbrauchsdarstellungen von Kindern gesucht haben

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
Teilen

Mehr als 70 Millionen Warnmeldungen sind in den vergangenen zwei Jahren an Menschen verschickt worden, die online nach Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs gesucht haben. Das teilte die britische Kinderschutzorganisation Lucy Faithfull Foundation mit.

Die Hinweise werden im Rahmen des Projekts „Intercept“ angezeigt, an dem unter anderem Google, Meta und TikTok beteiligt sind. Statt illegale Inhalte nur zu blockieren, erscheinen Warnungen, die auf die Strafbarkeit aufmerksam machen und Betroffene an Hilfsangebote weiterleiten sollen.

Nach Angaben der Organisation klickten rund 700.000 Menschen anschließend auf die angebotenen Unterstützungsseiten der Initiative „Stop It Now“. Dort gibt es anonyme Beratung und Programme, die problematisches Verhalten verhindern oder verändern sollen.

Einige Fachleute bewerten die Zahl allerdings kritisch. Angesichts von 70 Millionen Warnmeldungen seien 700.000 Zugriffe auf Hilfsangebote vergleichsweise wenig, sagte die Medienwissenschaftlerin Sonia Livingstone von der London School of Economics. Zugleich sei positiv, dass viele derjenigen, die Hilfe suchen, sich anschließend intensiver mit den Angeboten beschäftigen.

Das Projekt läuft inzwischen in 131 Ländern und erfasst unterschiedliche Onlinebereiche – darunter auch verschlüsselte Dienste und KI-Chatplattformen. Wie viele einzelne Personen hinter den Suchanfragen stehen, wurde nicht bekanntgegeben.

Die Lucy Faithfull Foundation sieht in den Warnungen einen wichtigen Ansatz, um Menschen genau in dem Moment zu erreichen, in dem problematisches Verhalten stattfindet. Dadurch könne man manche Nutzer möglicherweise davon abhalten, Straftaten zu begehen oder weiter nach illegalem Material zu suchen.

Kinderschutzorganisationen betonen jedoch, dass solche Maßnahmen allein nicht ausreichen. Entscheidend sei weiterhin, die Verbreitung und Herstellung von Missbrauchsdarstellungen grundsätzlich stärker zu bekämpfen. Besonders verschlüsselte Plattformen und neue digitale Dienste müssten von Anfang an so entwickelt werden, dass Missbrauch erschwert werde.

Auch die britische Medienaufsicht Ofcom verwies darauf, dass Warnsysteme Teil der Anforderungen des neuen Online Safety Act seien. Technologieunternehmen müssten mehr Verantwortung übernehmen, um Kinder im Internet wirksam zu schützen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Musiala der Träumer

Es war einmal ein junger Zauberfußballer namens Jamal Musiala, der im Königreich...

Allgemeines

Bittsteller Trump

Noch vor wenigen Stunden erklärte US-Außenminister Marco Rubio geschniegelt im Fernsehen, Amerika...

Allgemeines

Grüne und AfD im Schulterschluss

Im sächsischen Landtag ist jetzt offiziell passiert, worauf eigentlich alle seit Monaten...

Allgemeines

Kliniken Sachsen -Anhalt usw.

Dieser Artikel zeigt ein Problem, das längst nicht mehr nur Sachsen-Anhalt betrifft....