Startseite Allgemeines Trump und die Steuererklärungen: Gehen dem Präsidenten jetzt die Ausreden aus?
Allgemeines

Trump und die Steuererklärungen: Gehen dem Präsidenten jetzt die Ausreden aus?

qimono (CC0), Pixabay
Teilen

Donald Trump hat jahrelang erklärt, warum er seine Steuererklärungen nicht veröffentlichen könne. Der Grund lautete fast immer gleich: laufende Prüfungen durch die US-Steuerbehörde IRS.

Nun allerdings gerät genau dieses Argument ins Wanken.

Denn ausgerechnet Trumps eigenes Justizministerium hat offenbar dafür gesorgt, dass bestehende Steuerprüfungen und Ermittlungen gegen Trump, seine Familie und sein Firmenimperium praktisch gestoppt werden. Damit stellt sich plötzlich erneut die Frage:
Wird Trump seine Steuerunterlagen jetzt veröffentlichen – oder findet sich die nächste Ausrede?

Seit 2016 verweigert Trump die Offenlegung

In den USA gehört es seit Jahrzehnten zur politischen Tradition, dass Präsidenten freiwillig ihre Steuererklärungen offenlegen. Trump ist bis heute die große Ausnahme.

Bereits im Wahlkampf 2016 versprach er zwar mehrfach, seine Unterlagen irgendwann zu veröffentlichen. Damals sprach er sogar von „wunderschönen“ Steuererklärungen.

Passiert ist allerdings nichts.

Stattdessen verwies Trump immer wieder auf angeblich laufende Steuerprüfungen. Seine Anwälte hätten ihm geraten, die Unterlagen deshalb nicht zu veröffentlichen, erklärte er jahrelang.

Das Problem:
Die amerikanische Steuerbehörde selbst hatte längst klargestellt, dass laufende Prüfungen eine Veröffentlichung gar nicht verbieten würden.

Trumps eigenes Justizministerium beendet die Prüfungen

Besonders brisant ist deshalb ein neues Dokument des US-Justizministeriums.

Der amtierende Justizminister Todd Blanche – früher selbst Trumps persönlicher Anwalt – veröffentlichte eine Vereinbarung, die bestehende IRS-Ermittlungen und Prüfverfahren gegen Trump faktisch beendet.

Kurz darauf erklärte Trump plötzlich, er könne „vielleicht sogar seine aktuellen Steuererklärungen veröffentlichen“.

Das klingt ein wenig wie jemand, der jahrelang behauptet hat, er könne leider nicht schwimmen gehen, weil das Schwimmbad geschlossen sei – und nun überrascht feststellt, dass die Türen offenstehen.

Kritiker wittern einen politischen Deal

Transparenzorganisationen reagieren entsprechend skeptisch.

Die Bürgerrechtsgruppe Citizens for Responsibility and Ethics in Washington fordert Trump nun offen dazu auf, seine Steuerunterlagen endlich vorzulegen.

Denn wenn die Prüfungen wegfallen, bleibt vom bisherigen Hauptargument nicht mehr viel übrig.

Kritiker vermuten allerdings, dass Trump auch diesmal einen Weg finden könnte, die Veröffentlichung weiter hinauszuzögern.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre sprechen jedenfalls dafür. Trump hatte bereits mehrfach versprochen, seine Steuerdaten offenzulegen – nur um später neue Gründe dagegen zu präsentieren.

Die berühmten 750 Dollar Steuern

Besonders heikel bleibt ein Bericht der „New York Times“ aus dem Jahr 2020.

Damals veröffentlichte die Zeitung Informationen aus Trumps Steuerunterlagen. Demnach soll der damalige Präsident 2016 und 2017 jeweils nur 750 Dollar Bundessteuern gezahlt haben.

Noch brisanter:
In vielen Jahren davor soll Trump laut den Unterlagen überhaupt keine Einkommensteuer gezahlt haben, weil er angeblich massive Verluste geltend machte.

Zusätzlich läuft seit Jahren ein Streit um eine Steuerrückerstattung in Höhe von rund 73 Millionen Dollar. Sollte Trump diesen Fall verlieren, könnten laut Berichten Nachzahlungen von über 100 Millionen Dollar fällig werden.

Weißes Haus schweigt auffällig

Das Weiße Haus wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob und wann Trump tatsächlich Steuererklärungen veröffentlichen wird.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass weder Trump noch Vizepräsident JD Vance ihre Steuerunterlagen für 2025 bisher eingereicht haben. Beide hätten eine Fristverlängerung beantragt, hieß es.

Auch das wirkt politisch eher unglücklich – besonders in einer Situation, in der Transparenz ohnehin bereits zum Streitpunkt geworden ist.

Demokraten sprechen von Korruption

Bei den Demokraten sorgt die Entwicklung für massive Kritik.

Der demokratische Abgeordnete Mike Levin sprach offen von einem der „korruptesten Vorgänge“, die er je bei einem amerikanischen Präsidenten erlebt habe.

Besonders problematisch erscheint vielen, dass ausgerechnet Trumps früherer persönlicher Anwalt nun als Justizminister Entscheidungen trifft, die dem Präsidenten direkt zugutekommen.

Trump bleibt Trump

Ob Donald Trump seine Steuererklärungen nun tatsächlich veröffentlicht, bleibt offen.

Die vergangenen Jahre haben allerdings gezeigt:
Zwischen Trumps Ankündigungen und der Realität liegt oft ungefähr dieselbe Distanz wie zwischen Wahlkampfversprechen und Steuerformularen.

Fest steht nur:
Die politische Debatte über Transparenz, Machtmissbrauch und Trumps Finanzen dürfte damit erneut voll entbrannt sein.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Trump wollte den großen Iran-Deal – jetzt zeigt Teheran ihm offenbar den Mittelfinger

Donald Trump wollte eigentlich wieder einmal Geschichte schreiben. Der große Dealmaker. Der...

Allgemeines

Deutschland behandelt den Ebola-Arzt – die USA diskutieren offenbar erstmal über Zuständigkeiten

Der Fall des amerikanischen Chirurgen Peter Stafford wirft ein ziemlich erschreckendes Licht...

Allgemeines

Britischer TV-Star Michael Keating mit 79 Jahren gestorben

Der britische Schauspieler Michael Keating ist tot. Der vor allem aus den...

Allgemeines

TGI jetzt plötzlich Dubai: Warum eigentlich immer dieser komplizierte Umweg?

Man muss schon sagen: Die Geschichte rund um die TGI AG beziehungsweise...