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Trump-Regierung will Prognosemärkte weiter erlauben – Sportwetten durch die Hintertür bleiben weitgehend möglich

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat neue Regeln für sogenannte Prognosemärkte vorgeschlagen. Die von der Rohstoffaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) vorgestellten Pläne würden die stark wachsende Branche zwar stärker regulieren, den Großteil der bisherigen Angebote jedoch weiterhin zulassen.

Besonders umstritten ist dabei, dass die meisten Sportmärkte auf Plattformen wie Kalshi oder Polymarket auch künftig erlaubt bleiben sollen.

Sportwetten oder Finanzmarkt?

Kritiker argumentieren seit Jahren, dass viele dieser Märkte faktisch nichts anderes als klassische Sportwetten seien. Betreiber und Aufsichtsbehörden sehen das anders.

Rechtlich gelten Prognosemärkte in den USA derzeit nicht als Glücksspiel. Stattdessen werden sie als Finanzprodukte eingestuft. Nutzer handeln sogenannte „Event Contracts“ – Verträge, die auf den Ausgang realer Ereignisse setzen. Dabei kann es um Wahlen, Wetterereignisse, Preisentwicklungen oder eben Sportveranstaltungen gehen.

Dadurch fallen die Plattformen nicht unter die Glücksspielaufsicht der Bundesstaaten, sondern unter die Zuständigkeit der CFTC.

Einige Märkte könnten verboten werden

Die neuen Regeln würden der Behörde allerdings mehr Möglichkeiten geben, besonders manipulationsanfällige Märkte einzuschränken.

Dazu zählen unter anderem:

  • Wetten auf Verletzungen einzelner Spieler,
  • Entscheidungen von Schiedsrichtern,
  • mögliche zukünftige Märkte für Schulsportveranstaltungen,
  • Wetten auf den ersten Wurf eines Baseballspiels,
  • Märkte über Platzverweise einzelner Spieler.

Nach Ansicht der CFTC bergen solche Angebote ein erhöhtes Manipulationsrisiko, da einzelne Personen den Ausgang unmittelbar beeinflussen könnten.

CFTC-Chef Mike Selig erklärte, die Behörde wolle die Integrität der Märkte schützen, ohne Innovationen unnötig zu behindern.

Forderungen nach strengeren Regeln bleiben unerfüllt

Die Vorschläge bleiben deutlich hinter den Forderungen vieler Kritiker zurück.

Vertreter von Bundesstaaten, Kongressabgeordnete, Suchtexperten, Sportligen und Glücksspielanbieter hatten strengere Eingriffe verlangt.

Unter anderem wurde gefordert:

  • das Mindestalter von 18 auf 21 Jahre anzuheben,
  • Wetten auf einzelne Sportler komplett zu verbieten,
  • Wahlwetten erneut zu untersagen,
  • sämtliche Sportmärkte auf Prognoseplattformen zu verbieten.

Insbesondere zahlreiche US-Bundesstaaten vertreten die Auffassung, dass Sportwetten auf Prognoseplattformen praktisch nicht von klassischen Sportwetten zu unterscheiden seien.

Kritik von Politik und Glücksspielbranche

Die Reaktionen auf den Vorschlag fielen entsprechend unterschiedlich aus.

Bill Miller, Präsident der American Gaming Association, sprach von einem „bemerkenswerten Versuch, die Definition von Sportwetten neu zu schreiben“.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal, der sich seit längerem für strengere Regeln einsetzt, bezeichnete die Vorschläge als „zu langsam, zu schwach und zu gefährlich“. Auf der Plattform X warf er der Behörde vor, lediglich als Werkzeug der großen Anbieter Kalshi und Polymarket zu agieren.

Branche begrüßt mehr Klarheit

Polymarket hingegen begrüßte die Initiative. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man unterstütze den Versuch der Regierung, klare Regeln für Prognosemärkte zu schaffen.

Kalshi wollte sich zunächst nicht zu den Vorschlägen äußern.

Auch frühere Vertreter der CFTC lobten den Entwurf. Der ehemalige Chefjurist der Behörde, Robert Schwartz, erklärte, viele bisherige Vorschriften seien unklar formuliert gewesen. Die neuen Regeln könnten mehr Rechtssicherheit schaffen.

Entscheidung dürfte vor Gericht landen

Beobachter gehen davon aus, dass die endgültigen Regelungen unabhängig von ihrer Ausgestaltung juristisch angefochten werden könnten.

Der Konflikt berührt grundsätzliche Fragen: Handelt es sich bei Prognosemärkten um innovative Finanzprodukte zur Einschätzung realer Ereignisse – oder lediglich um eine neue Form des Glücksspiels unter anderem Namen?

Mit den neuen Vorschlägen signalisiert die Trump-Regierung jedenfalls, dass sie den rasch wachsenden Markt grundsätzlich unterstützen will. Die Debatte über die Grenzen zwischen Finanzmarkt und Sportwette dürfte damit jedoch noch lange nicht beendet sein.

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