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Interessenkonflikte hin oder her – das Geschäftsmodell ist zumindest wirtschaftlich erfolgreich

geralt (CC0), Pixabay
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Man muss Donald Trump und seiner Familie eines lassen: Wenn andere mit Kryptowährungen Geld verlieren, schaffen sie es offenbar, damit Geld zu verdienen.

Während mehr als eine Million Anleger laut Reuters zusammen rund 2,3 Milliarden Dollar verloren haben, soll die Trump-Familie im gleichen Zeitraum ungefähr dieselbe Summe verdient haben. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Normalerweise heißt es an der Börse, dass nicht alle gewinnen können. Hier scheint man eine elegante Lösung gefunden zu haben.

Das Risiko? Hatten die anderen

Besonders beeindruckend ist das Geschäftsmodell.

Die Trump-Familie investiert vergleichsweise wenig eigenes Geld, bewirbt die Projekte öffentlichkeitswirksam und kassiert kräftig mit.

Die Anleger übernehmen dafür den spannenden Teil des Investments: das Risiko.

Man könnte sagen, es handelt sich um eine moderne Form der Arbeitsteilung.

World Liberty Financial: Freiheit für alle – Gewinne für wenige

Das Vorzeigeprojekt „World Liberty Financial“ brachte der Familie angeblich über 1,4 Milliarden Dollar ein.

Die Käufer erhielten sogenannte Governance-Token, mit denen sie bei bestimmten Entscheidungen mitreden dürfen.

Eine durchaus faire Sache.

Die Familie bekam das Geld.

Die Anleger bekamen Mitspracherechte.

Leider stellte sich später heraus, dass Mitspracherechte nicht automatisch steigende Kurse garantieren.

Der Wert der Token fiel um 87 Prozent.

Immerhin dürfen viele Besitzer ihre verbliebenen Token bis 2030 nicht verkaufen. Das erspart ihnen den Stress, täglich auf den Kurs schauen zu müssen.

Der Trump-Coin: Make Speculation Great Again

Noch spektakulärer verlief die Geschichte des Meme-Coins „$TRUMP“.

Der Coin brachte der Trump-Familie laut Reuters rund 616 Millionen Dollar ein.

Die Anleger verloren dafür über 700 Millionen Dollar.

Nach seinem Höhenflug stürzte der Coin um 97 Prozent ab.

Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Selbst manche Achterbahnen gelten bei geringeren Abstürzen bereits als gefährlich.

Aktien, die Träume vernichten

Auch die Projekte „American Bitcoin“ und „AI Financial Corp“ sorgten für Bewegung.

Vor allem nach unten.

Während Anleger hunderte Millionen Dollar verloren, besitzt Eric Trump weiterhin einen Anteil im Wert von mehr als 70 Millionen Dollar.

Ein Paradebeispiel dafür, dass man an der Börse nicht zwingend kaufen muss, um erfolgreich zu sein.

Interessenkonflikt? Welcher Interessenkonflikt?

Ethikexperten sprechen von einem beispiellosen Interessenkonflikt.

Schließlich reguliert die US-Regierung die Krypto-Branche, während der Präsident und seine Familie gleichzeitig in genau dieser Branche Geschäfte machen.

Das Weiße Haus sieht darin selbstverständlich kein Problem.

Wahrscheinlich nach dem Motto:

„Nur weil der Schiedsrichter gleichzeitig Vereinspräsident, Sponsor und Mittelstürmer ist, heißt das ja noch lange nicht, dass das Spiel unfair wird.“

Die wahre Kunst

Besonders faszinierend bleibt die Reaktion vieler Anleger.

Einige zeigen sich zwar enttäuscht über die Verluste, machen aber trotzdem politische Gegner, Spekulanten oder Leerverkäufer verantwortlich.

Das ist die vielleicht größte Innovation des gesamten Projekts:

Wenn eine Anlage um 97 Prozent fällt und die Schuld trotzdem immer bei jemand anderem liegt, hat man nicht nur ein Finanzprodukt geschaffen, sondern eine Weltanschauung.

Fazit

Die Trump-Familie beweist erneut eindrucksvoll:

Wer kann, der kann.

Während andere Krypto als hochriskantes Spekulationsobjekt erleben, scheint sie einen Weg gefunden zu haben, Kryptowährungen in erstaunlich verlässliche Einnahmequellen umzuwandeln.

Für sich selbst jedenfalls.

Für die Anleger verlief die Reise dagegen eher nach dem klassischen Krypto-Motto:

Zum Mond gestartet, im Keller gelandet.

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