Donald Trump bewegt sich im Konflikt mit dem Iran offenbar deutlich von seiner bisherigen Hardliner-Position weg.
Der US-Präsident erklärte nun überraschend, er würde eine 20-jährige Aussetzung des iranischen Atomprogramms akzeptieren – statt wie bisher einen vollständigen und dauerhaften Stopp zu verlangen.
„20 Jahre reichen aus“, sagte Trump auf dem Rückflug aus Peking vor Journalisten an Bord der Air Force One.
Allerdings müsse es eine „echte“ Vereinbarung sein.
Die Aussage markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel. Noch vor kurzem hatte Trump gefordert, Iran dürfe niemals Uran anreichern und grundsätzlich nie in die Lage kommen, Atomwaffen zu entwickeln.
Nun klingt es plötzlich eher nach einem sehr langen Aufschub statt nach einem endgültigen Ende.
Im Hintergrund laufen weiter komplizierte Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges zwischen Israel, den USA und Iran. Seit Ende Februar hatten massive Luftangriffe die Region erschüttert. Eine Waffenruhe hält zwar größtenteils, die Lage bleibt aber extrem angespannt.
Pakistan vermittelt derzeit zwischen den Konfliktparteien.
Laut iranischen Medien fordert Teheran unter anderem:
- ein vollständiges Ende der Angriffe
- das Ende der US-Seeblockade
- sowie Sicherheitsgarantien gegen weitere Attacken.
Trump wiederum erklärte nach seinem Treffen mit Xi Jinping, Iran dürfe keinesfalls Atomwaffen besitzen und müsse die Straße von Hormus wieder öffnen.
Die Blockade der wichtigen Ölroute hatte weltweit die Energiepreise steigen lassen.
Interessant ist vor allem der politische Hintergrund:
Bereits im April hatten US-Medien berichtet, dass Vizepräsident JD Vance intern mindestens 20 Jahre Atomstopp gefordert habe. Jetzt übernimmt Trump diese Zahl offenbar offiziell.
Das wirkt besonders bemerkenswert, weil Trump während seiner ersten Amtszeit das Atomabkommen von Barack Obama gerade wegen zeitlich begrenzter Regeln – den sogenannten „Sunset Clauses“ – zerrissen hatte.
Damals kritisierte Trump genau das:
dass Einschränkungen irgendwann auslaufen könnten.
Jetzt scheint genau so ein Modell plötzlich akzeptabel zu sein.
In Israel dürfte das für Nervosität sorgen.
Premierminister Benjamin Netanjahu hatte stets verlangt, Irans angereichertes Uran komplett zu beseitigen. Für die israelische Regierung gilt jede zeitlich begrenzte Lösung weiterhin als gefährliches Risiko.
Noch hat Israel offiziell nicht auf Trumps Aussagen reagiert.
Doch der Eindruck wächst:
Während Xi Jinping in Peking den ruhigen Staatsmann gibt, beginnt Trump außenpolitisch immer stärker zwischen Wahlkampf-Rhetorik und pragmatischen Deals zu pendeln.
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