Im politischen Dauerlauf der USA scheint sich ein neues Spiel etabliert zu haben: „Wer bleibt am längsten im Kabinett?“ – Spoiler: Die Halbwertszeit ist überschaubar. Nun hat es auch Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer erwischt, die nach 13 Monaten den Ausgang gefunden hat – vermutlich ohne Navigationshilfe.
Offiziell heißt es natürlich, sie wechsle „in die Privatwirtschaft“. Eine Formulierung, die in Washington ungefähr so viel bedeutet wie „Wir sehen uns… eher nicht wieder“. Kommunikationsdirektor Steven Cheung lobte ihre „phänomenale“ Arbeit – was politisch übersetzt irgendwo zwischen „Danke fürs Kommen“ und „Tür ist dort drüben“ liegt.
Ganz reibungslos verlief ihre Amtszeit allerdings nicht. Eine Reihe von Skandalen sorgte dafür, dass ihr politischer Lebenslauf eher einem Actionfilm als einem Verwaltungsprotokoll glich. Damit reiht sie sich nahtlos in eine wachsende Liste von Ex-Ministerinnen ein – man könnte fast meinen, das Kabinett von Donald Trump funktioniere nach dem Prinzip „Rotation hält fit“.
Bereits Anfang März musste Kristi Noem ihren Posten räumen, nachdem es in Minneapolis zu Vorfällen gekommen war, die politisch ungefähr so gut ankamen wie Regen beim Grillfest. Der Druck wurde zu groß – und der Ausgang zu nah.
Und als wäre das nicht genug, folgte kurz darauf Pam Bondi, die im Zusammenhang mit dem Dauerbrenner-Thema Jeffrey Epstein in die Kritik geriet. Offenbar war nicht nur der Umgang mit Akten ein Problem, sondern auch die Frage, wie energisch man gegen politische Gegner vorgeht – oder eben nicht energisch genug.
Fazit: Im aktuellen Regierungsteam scheint weniger die Frage zu sein, wer kommt – sondern wer als Nächstes geht. Und irgendwo im Hintergrund läuft vermutlich schon die nächste Castingrunde.
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