Startseite Allgemeines 8,5 Prozent Zinsen in Offenbach – doch Anleger sollten das Totalverlustrisiko ernst nehmen
Allgemeines

8,5 Prozent Zinsen in Offenbach – doch Anleger sollten das Totalverlustrisiko ernst nehmen

stevepb (CC0), Pixabay
Teilen

Immobilien-Crowdinvesting bleibt für viele Anleger attraktiv. Gerade Projekte im Rhein-Main-Gebiet wirken auf den ersten Blick besonders interessant: starke Nachfrage, steigende Einwohnerzahlen und die Nähe zu Frankfurt. Genau damit wirbt auch das Projekt „Geishornstraße, Offenbach“. Anlegern werden dabei 8,5 Prozent Zinsen pro Jahr versprochen. Doch trotz guter Lage und moderner Neubauplanung gilt auch hier: Das Investment ist mit erheblichen Risiken verbunden – bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

Wohnprojekt mit 32 Einheiten geplant

Geplant ist in der Geishornstraße in Offenbach ein voll unterkellertes Mehrfamilienhaus mit:

  • 32 Wohneinheiten,
  • Tiefgarage,
  • Außenstellplätzen,
  • gehobener Ausstattung,
  • Balkonen und Terrassen,
  • Aufzügen,
  • energieeffizienter Bauweise.

Die Wohnfläche soll rund 2.299 Quadratmeter betragen. Entwickler des Projekts ist die SEZEK 1. Projekt und Handels GmbH.

Offenbach boomt – aber das schützt nicht vor Risiken

Die Projektbeschreibung verweist ausführlich auf die positive Entwicklung Offenbachs:

  • steigende Einwohnerzahlen,
  • Nähe zu Frankfurt,
  • gute Verkehrsanbindung,
  • wachsender Wohnungsbedarf.

Das mag grundsätzlich plausibel sein. Dennoch sollten Anleger sich bewusst machen:
Auch attraktive Immobilienstandorte bieten keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg.

8,5 Prozent Rendite sind kein Sparbuch

Die angebotene Verzinsung von 8,5 Prozent pro Jahr liegt deutlich über klassischen Geldanlagen.

Genau deshalb sollten Anleger kritisch hinterfragen:
Warum werden überhaupt so hohe Zinsen gezahlt?

Die Antwort ist einfach:
Hohe Renditen bedeuten am Kapitalmarkt fast immer auch hohe Risiken.

Gesetzlicher Risikohinweis eindeutig formuliert

Besonders wichtig:
Der Anbieter weist selbst ausdrücklich darauf hin:

„Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“

Dieser Warnhinweis ist keine Formalität, sondern beschreibt das reale Risiko solcher Investments.

Endfälliges Darlehen erhöht das Risiko

Die Finanzierung erfolgt als endfälliges Darlehen. Das bedeutet:
Anleger erhalten ihr eingesetztes Kapital erst am Ende der Laufzeit zurück – sofern das Projekt erfolgreich abgeschlossen und wirtschaftlich tragfähig ist.

Die Rückzahlung hängt also wesentlich davon ab:

  • ob der Bau planmäßig verläuft,
  • ob Wohnungen verkauft oder vermietet werden,
  • ob Baukosten eingehalten werden,
  • ob die Finanzierung stabil bleibt,
  • ob der Immobilienmarkt mitspielt.

Immobilienentwicklungen bleiben anfällig

Gerade Projektentwicklungen stehen derzeit unter erheblichem Druck:

  • hohe Baukosten,
  • gestiegene Kreditzinsen,
  • schwächere Nachfrage,
  • wirtschaftliche Unsicherheiten,
  • mögliche Verzögerungen bei Bau und Vermarktung.

Selbst professionell geplante Projekte können dadurch in Schwierigkeiten geraten.

Schöne Visualisierungen ersetzen keine Sicherheit

Wie viele Crowdinvesting-Angebote arbeitet auch dieses Projekt mit professionellen Bildern, Standortbeschreibungen und positiven Zukunftsaussichten.

Doch Anleger sollten sich bewusst machen:
Eine attraktive Präsentation ersetzt keine Kapitalgarantie.

Fazit

Das Projekt „Geishornstraße, Offenbach“ setzt auf einen grundsätzlich interessanten Immobilienstandort im Rhein-Main-Gebiet. Dennoch bleibt die Beteiligung spekulativ.

8,5 Prozent Rendite gibt es nicht ohne Risiko.

Wer investiert, sollte sich deshalb darüber im Klaren sein:
Crowdinvesting ist unternehmerisches Risikokapital – inklusive der Möglichkeit eines vollständigen Kapitalverlustes.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Ein Cent vom Inkassobüro: Harmloser Hinweis oder fragwürdige Methode?

Wer beim Blick aufs Konto plötzlich eine Überweisung über nur einen Cent...

Allgemeines

BaFin warnt vor Angeboten auf alta-roc.de – Verdacht auf Identitätsmissbrauch

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt Verbraucher vor Angeboten auf der Internetseite...

Allgemeines

BaFin warnt vor mutmaßlich unerlaubten Kreditangeboten der „Velcal Group“

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine Warnung vor den auf der...

Allgemeines

BaFin warnt vor mutmaßlich unerlaubten Kreditangeboten der „Hauptstadt Finanz“

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt Verbraucher vor Kreditangeboten auf der Internetseite...