Immobilienprojekte in München gelten bei vielen Anlegern fast automatisch als sichere Geldanlage. Hohe Nachfrage, knapper Wohnraum und steigende Preise haben der bayerischen Landeshauptstadt über Jahre den Ruf eines „Betongold“-Standorts verschafft. Genau darauf setzt auch das Crowdinvesting-Projekt „CIM30 – Wohnen in München“ auf der Plattform WIWIN. Anlegern werden 9,25 Prozent Zinsen pro Jahr plus möglicher Bonus versprochen. Doch trotz Top-Lage, Nachhaltigkeitskonzept und professioneller Vermarktung gilt auch hier: Das Investment bleibt hochriskant – bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Fünf Reihenhäuser in München geplant
Im Rahmen des Projekts sollen in der Cimbernstraße 30 im Münchner Stadtteil Sendling-Westpark fünf Reihenhäuser entstehen. Geplant sind:
- viergeschossige Gebäude,
- rund 880 Quadratmeter Wohnfläche,
- Tiefgarage,
- moderne Energieversorgung,
- Effizienzhaus-40-Standard mit QNG-Plus-Zertifizierung.
Drei der fünf Einheiten sollen bereits verkauft worden sein. Die Bauarbeiten haben laut Projektbeschreibung bereits begonnen.
Nachhaltigkeit als Verkaufsargument
Die Plattform hebt besonders hervor:
- Grundwasserwärmepumpen,
- Photovoltaik,
- Energiespeicher,
- erneuerbare Energieversorgung,
- Klimaschutzbeitrag nach UN-Nachhaltigkeitszielen.
Das klingt modern und verantwortungsvoll. Doch auch nachhaltige Immobilienprojekte bleiben wirtschaftlich riskante Unternehmungen.
9,25 Prozent Rendite – warum eigentlich?
Die versprochene Verzinsung von 9,25 Prozent jährlich liegt weit über klassischen Spar- oder Festgeldangeboten.
Genau deshalb sollten Anleger kritisch hinterfragen:
Warum benötigt ein Projektentwickler überhaupt Kapital zu solch hohen Kosten?
Die Antwort:
Weil Investoren erhebliche Risiken übernehmen.
„Equity Release“ – Eigenkapital soll freigesetzt werden
Besonders interessant ist der angegebene Zweck der Kapitalanlage:
„Equity Release“, also die Freigabe von Eigenkapital.
Das bedeutet vereinfacht:
Bereits eingesetztes Eigenkapital des Projektträgers soll teilweise ersetzt und wieder verfügbar gemacht werden.
Für Anleger ist das kein klassischer Sicherheitsfaktor, sondern eher ein Hinweis darauf, dass die Finanzierung komplex strukturiert ist.
Immobilienprojekte bleiben anfällig
Auch ein Standort wie München schützt nicht vor Risiken:
- steigende Baukosten,
- Verzögerungen,
- sinkende Nachfrage,
- hohe Finanzierungskosten,
- wirtschaftliche Abschwächung,
- Probleme beim Verkauf.
Gerade Projektentwicklungen können schnell unter Druck geraten.
Warnhinweis eindeutig formuliert
Der Anbieter weist selbst ausdrücklich darauf hin:
„Der Erwerb dieses Wertpapiers ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“
Deutlicher kann ein Risikohinweis kaum formuliert werden.
Kryptowertpapier klingt modern – Risiko bleibt trotzdem
Wie viele neue Crowdinvesting-Angebote wird auch dieses Projekt als Kryptowertpapier nach dem eWpG angeboten.
Die digitale Struktur ändert jedoch nichts daran:
Anleger tragen unternehmerisches Risiko.
Hohe Eigenmittelquote ersetzt keine Garantie
Die Projektbeschreibung verweist auf einen Eigenmittelanteil von fast 40 Prozent sowie eine Bankfinanzierung.
Doch auch das bedeutet keine Sicherheit für Crowd-Anleger. Denn im Ernstfall werden Banken meist zuerst bedient.
Fazit
„CIM30 – Wohnen in München“ kombiniert Top-Standort, nachhaltiges Energiekonzept und hohe Renditeversprechen zu einem attraktiven Marketingpaket.
Doch Anleger sollten nüchtern bleiben:
9,25 Prozent Rendite gibt es nicht ohne erhebliche Risiken.
Wer investiert, sollte sich deshalb bewusst sein:
Auch bei Münchner Immobilienprojekten ist ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals ausdrücklich möglich.
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