In der schillernden Welt der Formel 1 hat man offenbar festgestellt: Wenn die Fahrer mehr Zeit damit verbringen, Batteriestände zu studieren als Kurven zu fahren, könnte irgendwo ein kleines Problem vorliegen. Also wurde kurzerhand beschlossen, die Regeln – nennen wir es liebevoll – „nachzuschärfen“. Und zwar rechtzeitig zum Glamour-Grand-Prix in Miami, wo ohnehin mehr Show als Schatten gefragt ist.
Auslöser des plötzlichen Erkenntnisgewinns war unter anderem Max Verstappen, der wohl nicht ganz zufällig andeutete, dass er sich notfalls auch ein Leben außerhalb dieses Energiespar-Wettbewerbs vorstellen könne. Wenn selbst ein Weltklassefahrer überlegt, ob er lieber Rennen fährt oder Akkus verwaltet, schrillen selbst im Fahrerlager die Alarmglocken – oder zumindest die Ladeanzeigen.
Die ungeplante Rennpause durch ausgefallene Rennen kam da gerade recht: Endlich genug Zeit, um sich in Meetings, Videokonferenzen und vermutlich auch der einen oder anderen PowerPoint-Präsentation zu verlieren. Heraus kam die revolutionäre Erkenntnis, dass Rennfahrer tatsächlich… fahren wollen. Wer hätte das gedacht?
Künftig sollen die Piloten also weniger damit beschäftigt sein, während einer Runde verzweifelt Energie zu sparen, als wären sie auf einer Öko-Rallye für Fortgeschrittene. Stattdessen dürfen sie wieder ein bisschen mehr das tun, wofür sie eigentlich bezahlt werden: schnell fahren, überholen und dabei möglichst nicht in Excel-Tabellen denken.
Auch beim Thema Sicherheit wurde nachgebessert – nachdem man festgestellt hat, dass es vielleicht keine brillante Idee ist, wenn Autos mit vollem Elektro-Boost auf solche mit leerem Akku zufliegen wie Espresso auf nüchternen Magen. Überraschung!
Der große Tenor: „Die Fahrer stehen im Mittelpunkt.“ Eine Erkenntnis, die ungefähr so neu ist wie die Tatsache, dass Wasser nass ist. Doch immerhin hat man es jetzt auch offiziell ausgesprochen. Selbst Toto Wolff zeigte sich zufrieden und lobte die „konstruktiven Gespräche“ – was in der Formel 1 ungefähr bedeutet, dass sich am Ende alle darauf einigen konnten, dass Chaos vielleicht doch keine Dauerlösung ist.
Währenddessen fährt Mercedes-AMG Petronas Formula One Team der Konkurrenz weiterhin davon, als hätte man die neuen Regeln schon vorab gekannt. Und irgendwo dazwischen versucht der Sport, wieder das zu werden, was er einmal war: ein Rennen – und kein Energiemanagement-Seminar auf Rädern.
Bleibt nur abzuwarten, ob in Miami wirklich wieder mehr Gas gegeben wird – oder ob am Ende doch wieder die wichtigste Frage lautet: „Wie viel Prozent hab ich noch?“
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