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Iran entdeckt neues Geschäftsmodell unter dem Meer

jorono (CC0), Pixabay
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Die Straße von Hormus ist für den Iran offenbar längst mehr als nur eine strategische Wasserstraße für Öltanker. Nachdem Teheran mit der faktischen Blockade der Meerenge bereits die Energiepreise weltweit nach oben getrieben hat, richtet sich der Blick der Führung nun auf die nächste Einnahmequelle: Unterseekabel.

Denn tief unter der Wasseroberfläche verlaufen einige der wichtigsten Datenleitungen der Welt. Über sie laufen Internetverkehr, Finanztransaktionen, Cloud-Dienste und Kommunikationsdaten zwischen Europa, Asien und dem Persischen Golf. Nun will Iran offenbar mitverdienen.

Gebühren für Google, Microsoft und Co.

Staatsnahe iranische Medien und Vertreter der Revolutionsgarden erklärten zuletzt, man wolle künftig Gebühren für Internetkabel in der Straße von Hormus verlangen. Betroffen wären theoretisch Tech-Konzerne wie Google, Microsoft, Meta oder Amazon.

Iran argumentiert dabei mit internationalem Seerecht und verweist auf Staaten wie Ägypten, die über den Suezkanal ebenfalls Milliarden mit Transitgebühren verdienen.

Der Unterschied: Der Suezkanal ist ein künstlich gebauter Kanal auf ägyptischem Staatsgebiet. Die Straße von Hormus hingegen ist eine natürliche Meerenge mit völlig anderer rechtlicher Grundlage.

Drohkulisse statt Diplomatie

Offiziell spricht Teheran bislang nicht offen von Sabotage. Dennoch formulieren iranische Medien und Politiker zunehmend unterschwellige Warnungen. Sollten Unternehmen nicht kooperieren, könnten Unterseekabel beschädigt oder Wartungsarbeiten erschwert werden.

Experten warnen bereits vor möglichen schweren Folgen. Denn moderne Unterseekabel sind das Rückgrat der globalen Datenwirtschaft. Ein größerer Ausfall könnte nicht nur das Internet verlangsamen, sondern auch Banken, Börsenhandel, Cloud-Dienste, Streamingplattformen und militärische Kommunikation treffen.

Digitale Erpressung als neue Machtstrategie?

Sicherheitsexperten sehen darin eine neue Form asymmetrischer Kriegsführung. Iran verfüge über Kampftaucher, Unterwasserdrohnen und kleine U-Boote, die theoretisch Schäden an Kabeln verursachen könnten.

Besonders betroffen wären Staaten am Persischen Golf sowie Teile Asiens. Indien etwa könnte erhebliche Probleme im Bereich digitaler Dienstleistungen und Outsourcing bekommen. Auch Ostafrika und Teile Europas wären anfällig für Störungen.

Der Westen schaut nervös auf Hormus

Die Aussagen aus Teheran kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach Donald Trumps Rückkehr aus China wächst die Sorge, dass der Konflikt mit Iran erneut eskalieren könnte. Gleichzeitig versucht das Regime offenbar, seine geografische Lage als politisches Druckmittel auszubauen.

Denn die Straße von Hormus ist nicht nur eine Ölroute. Sie ist inzwischen auch eine digitale Hauptschlagader der Weltwirtschaft.

Viel Drohung – aber auch reale Risiken

Noch ist unklar, ob Iran seine Ankündigungen tatsächlich umsetzen könnte. Viele große Tech-Konzerne dürfen wegen US-Sanktionen ohnehin keine Geschäfte mit Teheran machen. Experten gehen daher davon aus, dass zumindest ein Teil der Aussagen vor allem politischen Druck erzeugen soll.

Trotzdem zeigt die Debatte, wie verletzlich die globale Infrastruktur inzwischen geworden ist. Ein beschädigtes Unterseekabel kann heute weit mehr auslösen als langsames Internet: Börsen, Banken, Lieferketten und ganze Volkswirtschaften hängen mittlerweile an Leitungen, die oft unsichtbar am Meeresboden verlaufen.

Und genau dort versucht Iran nun offenbar, seine nächste geopolitische Hebelwirkung aufzubauen.

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