US-Präsident Donald Trump hat seine persönliche Rangliste der bisherigen Präsidenten der Vereinigten Staaten überarbeitet – und sich dabei selbst erneut auf einen exklusiven Spitzenplatz gesetzt.
Die neue Version veröffentlichte Trump am Sonntag, dem 6. September, auf seiner Plattform Truth Social.
Bereits Ende August hatte er erstmals eine entsprechende Grafik geteilt. Darin stand Trump allein in der höchsten Kategorie mit der Bezeichnung „The Greatest“, also „Der Größte“.
Direkt darunter folgten unter anderem Abraham Lincoln, George Washington, Franklin D. Roosevelt, Thomas Jefferson und Andrew Jackson in der Kategorie „Great“.
In der nun aktualisierten Version sind mehrere frühere Präsidenten hinzugekommen, die in der ersten Rangliste noch gefehlt hatten.
Dazu zählen unter anderem Ronald Reagan, John F. Kennedy, Gerald Ford und George W. Bush.
Reagan schafft es nicht in die Spitzengruppe
Besonders auffällig ist die Einordnung Ronald Reagans.
Der frühere Präsident gilt bis heute als eine der wichtigsten politischen Figuren der modernen Republikanischen Partei und wird von vielen Konservativen geradezu verehrt.
Trump ordnete Reagan dennoch lediglich in die Kategorie „Near Great“, also ungefähr „fast großartig“, ein.
Dort finden sich auch Theodore Roosevelt, Grover Cleveland, John Adams, James K. Polk, Woodrow Wilson und Dwight D. Eisenhower.
Damit steht Reagan in Trumps persönlicher Rangliste deutlich unter Trump selbst.
Trump bleibt konkurrenzlos
An der Spitze gibt es dagegen keinerlei Veränderung.
Donald Trump bleibt alleiniger Bewohner der höchsten Kategorie.
Er befindet sich damit in seiner eigenen Bewertung nicht nur vor Reagan, sondern auch vor Lincoln, Washington, Roosevelt und Jefferson.
Dass Trump sich selbst zum besten Präsidenten der US-Geschichte erklärt, dürfte kaum überraschen.
Der Republikaner hatte sich bereits in der Vergangenheit immer wieder mit historischen Präsidenten verglichen und seine eigene Amtszeit als außergewöhnlich erfolgreich dargestellt.
Seine neue Grafik führt diese Selbsteinschätzung nun konsequent fort.
George W. Bush landet ganz unten
Deutlich schlechter sieht es für George W. Bush aus.
Der republikanische Präsident von 2001 bis 2009 taucht in Trumps aktualisierter Rangliste in der niedrigsten Kategorie auf.
Diese trägt die Bezeichnung „Failures“, also „Versager“ beziehungsweise „Misserfolge“.
Dort befinden sich außerdem Joe Biden, Barack Obama, Ulysses S. Grant, Warren Harding und Jimmy Carter.
Neu in dieser untersten Gruppe ist auch Herbert Hoover.
In Trumps ursprünglicher Rangliste war Hoover noch als durchschnittlicher Präsident eingestuft worden.
Nun wurde er deutlich herabgestuft.
Warum Trump seine Meinung über Hoover geändert hat, erklärte er nicht.
Biden und Obama bleiben bei den „Versagern“
Wenig überraschend befinden sich Trumps politische Gegner Joe Biden und Barack Obama weiterhin auf dem letzten Platz seiner Rangliste.
Trump greift beide seit Jahren regelmäßig scharf an.
Biden, der ihn 2020 bei der Präsidentschaftswahl besiegte, wird von Trump häufig für wirtschaftliche und außenpolitische Probleme während seiner Amtszeit verantwortlich gemacht.
Auch Obama gehört seit vielen Jahren zu Trumps bevorzugten politischen Gegnern.
Dass beide in seiner persönlichen Bewertung ganz unten stehen, passt daher zu Trumps bisheriger politischer Rhetorik.
Keine Erklärung für die Bewertung
Trump veröffentlichte die Rangliste ohne ausführliche Begründung.
Es gibt deshalb keine klaren Kriterien dafür, nach welchen Maßstäben die einzelnen Präsidenten bewertet wurden.
Unklar bleibt beispielsweise, ob wirtschaftliche Entwicklung, Kriege, gesellschaftliche Veränderungen, Wahlerfolge oder persönliche Sympathien ausschlaggebend waren.
Auch die Frage, weshalb einzelne Präsidenten zwischen der ersten und zweiten Version auf- oder abgestiegen sind, beantwortete Trump nicht.
Die Grafik scheint damit weniger eine wissenschaftliche oder historische Bewertung zu sein als eine persönliche politische Rangliste des amtierenden Präsidenten.
Historiker kommen meist zu ganz anderen Ergebnissen
Professionelle Historiker bewerten US-Präsidenten üblicherweise nach mehreren Kriterien, darunter politische Führung, Krisenmanagement, Wirtschaftspolitik, gesellschaftliche Auswirkungen und langfristige Bedeutung.
In solchen Ranglisten landen Abraham Lincoln, George Washington und Franklin D. Roosevelt regelmäßig weit oben.
Die Bewertungen moderner Präsidenten fallen dagegen häufig deutlich kontroverser aus.
Trumps eigene Rangliste folgt offensichtlich anderen Maßstäben.
Er selbst steht allein an der Spitze.
Lincoln und Washington müssen sich mit Platz zwei beziehungsweise der zweithöchsten Kategorie zufriedengeben.
Reagan befindet sich noch eine Stufe tiefer.
Und mehrere seiner politischen Gegner landen ganz unten.
Damit könnte man Trumps Präsidenten-Ranking vor allem als eines verstehen: eine sehr persönliche Geschichtsschreibung, bei der der Autor gleichzeitig der Sieger ist.
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