Donald Trump dominiert die Republikanische Partei weiterhin nahezu nach Belieben. Wer seine Unterstützung erhält, gewinnt in den meisten Fällen auch die parteiinterne Vorwahl. Gleichzeitig warnen Politikwissenschaftler davor, dass genau diese Dominanz den Republikanern bei den Kongresswahlen im Herbst 2026 zum Problem werden könnte.
Fast perfekte Bilanz
Nach einer Auswertung der US-Wahlplattform Ballotpedia haben von 312 Kandidaten, die Trump in den republikanischen Vorwahlen unterstützt hat, 98 Prozent ihre jeweilige Wahl gewonnen.
Damit verfügt der ehemalige und heutige US-Präsident über einen parteiinternen Einfluss, den es nach Einschätzung vieler Experten in der modernen amerikanischen Politik bislang kaum gegeben hat.
Selbst Politikwissenschaftler, die Trump kritisch sehen, räumen ein, dass kaum ein republikanischer Bewerber gegen eine ausdrückliche Wahlempfehlung des Präsidenten bestehen kann.
Loyalität entscheidet
Auffällig ist dabei, dass Trump seine Unterstützung zunehmend als Loyalitätstest nutzt.
Mehrere prominente Republikaner verloren in diesem Jahr ihre politischen Ämter oder scheiterten bereits in den Vorwahlen, nachdem sie sich in der Vergangenheit gegen Trump gestellt oder ihn kritisiert hatten.
Gleichzeitig unterstützt Trump inzwischen nicht mehr nur Kandidaten für Gouverneurs- oder Senatswahlen. Auch bei Wahlen für Landesparlamente oder andere regionale Ämter greift er aktiv in den Auswahlprozess ein.
Frühzeitige Unterstützung
Ein weiterer Unterschied zu seiner ersten Amtszeit:
Trump spricht seine Wahlempfehlungen heute deutlich früher aus. Dadurch gelingt es häufig, innerparteiliche Konkurrenz bereits im Vorfeld auszubremsen oder ganz zu verhindern.
In einzelnen Fällen soll der Präsident Bewerber sogar zum Rückzug bewegt haben, indem ihnen spätere Positionen innerhalb seiner Regierung in Aussicht gestellt wurden.
Erfolg in den Vorwahlen – Risiko bei der Hauptwahl?
So beeindruckend die Erfolgsquote innerhalb der Republikanischen Partei auch ist – bei den eigentlichen Wahlen gegen die Demokraten könnte genau diese enge Bindung an Trump zum Problem werden.
Aktuelle Umfragen zeigen ein deutlich gespaltenes Bild.
Während Trump unter republikanischen Wählern weiterhin hohe Zustimmungswerte erreicht, fällt seine Bewertung bei unabhängigen Wählern und Demokraten erheblich schlechter aus.
Gerade in politisch umkämpften Bundesstaaten könnte eine zu enge Identifikation mit dem Präsidenten daher Stimmen kosten.
Demokraten wittern Chancen
Die Demokratische Partei versucht bereits, genau diesen Punkt im Wahlkampf auszunutzen.
Demokratische Kandidaten stellen ihre republikanischen Gegner zunehmend als direkte Vertreter Trumps dar und hoffen, damit gemäßigte sowie unabhängige Wähler zu mobilisieren.
Vor allem in mehreren sogenannten Swing States dürfte diese Strategie eine wichtige Rolle spielen.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Ganz unangreifbar ist Trump allerdings auch nicht.
In einzelnen Vorwahlen unterlagen von ihm unterstützte Kandidaten trotz seiner Wahlempfehlung. Diese Niederlagen blieben bislang jedoch die Ausnahme.
Fazit
Donald Trump bleibt unangefochten die prägende Figur der Republikanischen Partei. Seine Wahlempfehlung ist für viele Bewerber nahezu eine Erfolgsgarantie in den parteiinternen Vorwahlen.
Ob sich diese Dominanz jedoch auch bei den Kongresswahlen im November 2026 auszahlt oder sich dort als Belastung für republikanische Kandidaten erweist, dürfte eine der entscheidenden politischen Fragen der kommenden Monate werden.
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