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„Thoughtleader aus dem Promptkasten“ – Ein Krisengipfel zur KI in der Politik

RichardsDrawings (CC0), Pixabay
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Teilnehmer: Gem Bödemir, Robert Rabeck, Hennes Spaan und Alice Eidel

Moderator: Willkommen zum ersten politischen KI-Gipfel Deutschlands. Das Motto lautet: „Warum selber denken, wenn ChatGPT schon online ist?“ Herr Bödemir, Ihre erste Reaktion?

Gem Bödemir: Ich bin begeistert. Früher musste man Bücher lesen, um klug zu wirken. Heute reicht eine stabile Internetverbindung und der Satz: „Schreibe mir einen visionären Gastbeitrag für die FAZ.“

Moderator: Also eine echte Arbeitserleichterung?

Bödemir: Absolut. Das spart Zeit. Die kann man dann für Interviews nutzen, in denen man erklärt, wie wichtig Bildung ist.

Moderator: Herr Rabeck, sehen Sie die Entwicklung ähnlich?

Robert Rabeck: Natürlich. Wir leben schließlich in einer modernen Gesellschaft. Früher hat man Ideen gesammelt. Heute sammelt man Prompts.

Moderator: Und die Qualität?

Rabeck: Die ist hervorragend. Jeder zweite Satz beginnt mit: „Es geht nicht um X, sondern um Y.“ Das klingt sofort nach Führungskraft, Zukunftsvision und LinkedIn-Guru.

Moderator: Herr Spaan, Sie beobachten das kritisch?

Hennes Spaan: Ich beobachte vor allem, dass Politiker plötzlich Texte veröffentlichen, die verdächtig intelligent aussehen. Das macht natürlich misstrauisch.

Moderator: Woran erkennt man einen KI-Text?

Spaan: Wenn nach drei Absätzen immer noch niemand weiß, was eigentlich gesagt wurde, aber alle beeindruckt wirken.

Moderator: Frau Eidel, Ihre Meinung?

Alice Eidel: Ich sehe das pragmatisch. Früher haben Politiker Redenschreiber beschäftigt. Heute beschäftigen sie einen Computer. Das spart Bürofläche.

Moderator: Also keine Gefahr?

Eidel: Doch. Die größte Gefahr ist, dass die KI irgendwann merkt, wer ihre Texte benutzt.

Moderator: Kommen wir zum aktuellen Fall. Ein Ministerpräsident soll Gastbeiträge mithilfe von KI erstellt haben. Überraschung?

Bödemir: Überhaupt nicht. Mich überrascht eher, dass er erwischt wurde.

Rabeck: Vielleicht war die KI einfach zu gut.

Spaan: Oder der Politiker zu schlecht.

Moderator: Die Staatskanzlei erklärte, KI gehöre inzwischen zum Arbeitsalltag.

Eidel: Natürlich. Kaffee gehört auch zum Arbeitsalltag. Trotzdem würde niemand eine Kaffeetasse als Gastautor bei der FAZ anmelden.

Moderator: Herr Spaan, wohin führt diese Entwicklung?

Spaan: Bald lesen KIs Texte von KIs über Reden von KIs, die für Politiker geschrieben wurden, die sie selbst nicht gelesen haben.

Moderator: Und die Bürger?

Spaan: Die fragen sich dann, warum plötzlich alle gleich klingen.

Moderator: Abschließende Frage: Was ist der nächste Schritt?

Bödemir: KI-generierte Wahlprogramme.

Rabeck: KI-generierte Parteitage.

Eidel: KI-generierte Talkshows.

Spaan: Warum so bescheiden? In fünf Jahren diskutieren vier Chatbots im Fernsehen darüber, ob Politiker überhaupt noch notwendig sind.

Moderator: Letzte Worte?

Bödemir: Es ist nicht die KI, die denkt.

Rabeck: Es ist die KI, die formuliert.

Eidel: Es ist die KI, die liefert.

Spaan: Und manchmal fragt man sich, wer hier eigentlich wen ersetzt.

Moderator: Vielen Dank. Dieses Interview wurde übrigens vollständig ohne KI erstellt.

ChatGPT aus dem Hintergrund: Das behaupten heute alle.

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