In Thailand ist Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra vorläufig von ihrem Amt entbunden worden. Das Verfassungsgericht in Bangkok ordnete die Suspendierung an, bis es in einem laufenden Verfahren über mögliche ethische Verstöße der Premierministerin entschieden hat. Der Auslöser: ein diplomatisch heikles Telefonat mit Kambodschas Ex-Premier Hun Sen im Zusammenhang mit einem anhaltenden Grenzkonflikt.
Das Verfahren wurde durch konservative Senatoren angestoßen, die Paetongtarn vorwerfen, gegen Verhaltensregeln für Regierungsmitglieder verstoßen zu haben. Besonders kritisiert wurde ihre Aussage, in der sie Hun Sen vertraulich als „Onkel“ bezeichnete und zugleich den eigenen Regionalarmeechef als „Gegner“ einstufte.
Der politische Druck auf Paetongtarn wuchs nach Bekanntwerden des Gesprächs rasant: Die konservative Bhumjaithai-Partei verließ das Regierungsbündnis, die ohnehin knappe Mehrheit der Regierung wackelt seither. Am Wochenende protestierten Tausende in Bangkok und forderten ihren Rücktritt. Eine Entscheidung des Gerichts könnte sich über Wochen oder Monate hinziehen.
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