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Johannesburg sucht die Täter – und die Antworten gleich mit

GDJ (CC0), Pixabay
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In Südafrika ist es erneut zu einer tödlichen Schießerei gekommen. Mindestens zwölf Menschen wurden in einer informellen Siedlung im Stadtteil Cleveland getötet, neun weitere verletzt. Die Polizei fahndet nach einer Gruppe von mehr als zehn Verdächtigen, die laut ersten Ermittlungen mit bemerkenswerter Effizienz, aber offenbar ohne nachvollziehbares Motiv durch die Siedlung zog und das Feuer eröffnete.

Wie die Behörden mitteilten, wurden die mutmaßlichen Täter in einem weißen Toyota Quantum abgesetzt – einem Fahrzeugtyp, der in Südafrika mittlerweile fast so regelmäßig in Polizeimeldungen auftaucht wie Politiker in Korruptionsaffären.

Die Angreifer sollen die Siedlung von zwei Seiten betreten und an mehreren Orten auf Bewohner geschossen haben. Anschließend verschwanden sie wieder, während Ermittler nun versuchen herauszufinden, warum jemand mit mehr als zehn bewaffneten Personen einen derart aufwendigen Ausflug unternimmt.

Die Polizei erklärte, das Motiv sei „derzeit unbekannt“. Diese Formulierung entwickelt sich nach zahlreichen ähnlichen Vorfällen zunehmend zu einem festen Bestandteil des südafrikanischen Wortschatzes.

Südafrika kämpft seit Jahren mit einer der höchsten Mordraten weltweit. Durchschnittlich sterben rund 60 Menschen pro Tag durch Gewaltverbrechen. Dennoch gelingt es dem Land immer wieder, diese ohnehin alarmierenden Zahlen mit spektakulären Einzelfällen zu ergänzen.

Experten verweisen auf die enorme Zahl legaler und illegaler Schusswaffen im Land. Schätzungen zufolge existieren etwa drei Millionen registrierte Waffen und mindestens ebenso viele nicht registrierte. Kritiker merken an, dass die illegalen Waffen offenbar deutlich weniger Bürokratie bewältigen müssen als ihre legalen Kollegen.

Während die Fahndung läuft, hoffen die Bewohner von Cleveland auf Antworten – und darauf, dass die nächste Polizeimeldung nicht erneut mit den Worten beginnt: „Mehr als zehn bewaffnete Männer eröffneten das Feuer …“

Hinweis: Der Vorfall ist real. Die satirische Zuspitzung richtet sich gegen die gesellschaftlichen und politischen Umstände sowie die wiederkehrenden Muster der Berichterstattung, nicht gegen die Opfer.

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