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TGI AG präsentiert Bond-Lösung und spricht von Erfüllung der FMA-Verfügung – viele Aussagen stehen noch unter Nachweis

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die TGI AG aus Liechtenstein hat sich in einer aktuellen Ausgabe ihres Videoformats ausführlich zu den laufenden regulatorischen Verfahren, einem angekündigten Bond-Modell sowie zur Zukunft des Unternehmens geäußert. Gründer Helmut Kaltenegger und weitere Unternehmensvertreter vermittelten dabei das Bild eines Unternehmens, das die vergangenen Wochen intensiv genutzt habe, um regulatorische Anforderungen umzusetzen und gleichzeitig die eigenen Geschäftsmodelle neu aufzustellen.

Bond mit bis zu 750 Millionen US-Dollar angekündigt

Im Mittelpunkt der Präsentation stand ein angekündigter Bond mit einem Volumen von bis zu 750 Millionen US-Dollar. Nach Angaben eines Vertreters der kooperierenden GTI Bank seien derzeit Vermögenswerte von rund 430 Millionen US-Dollar eingebracht worden. Langfristig solle der Bond auf bis zu 750 Millionen US-Dollar anwachsen. Zudem wurde erklärt, dass das Wertpapier über Euroclear gelistet werden solle und sich zum Zeitpunkt der Sendung im abschließenden Listungsprozess befinde.

Nach Darstellung der Unternehmensvertreter soll der Bond künftig eine zusätzliche Absicherung für Goldkäufer der TGI darstellen. Gleichzeitig wurde mehrfach auf weitere Versicherungsmechanismen verwiesen. Konkrete Versicherungsverträge, Deckungszusagen oder öffentlich überprüfbare Unterlagen wurden während der Sendung jedoch nicht vorgestellt.

Aussagen zur FMA-Verfügung

Besonders aufmerksam dürften Marktbeobachter die Aussagen zur Verfügung der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) verfolgen.

Helmut Kaltenegger erklärte, die von der FMA auferlegten Maßnahmen seien innerhalb von rund vier Wochen vollständig umgesetzt worden. Nach seinen Angaben sollen die entsprechenden Unterlagen kurzfristig bei der Behörde eingereicht werden. Ziel sei es, das Verfahren möglichst zeitnah abzuschließen.

Dabei betonte Kaltenegger ausdrücklich, dass die Verfügung seiner Darstellung nach nicht rechtskräftig sei. Gleichzeitig kündigte er weitere Gespräche mit den Anwälten sowie den zuständigen Behörden in Liechtenstein an.

Ob die Finanzmarktaufsicht diese Einschätzung teilt und die eingereichten Maßnahmen tatsächlich als vollständige Erfüllung der Verfügung anerkennt, bleibt derzeit offen. Eine entsprechende Bestätigung der FMA liegt bislang nicht vor.

Aussagen zur Liquidität

Mehrfach betonte Kaltenegger, dass die finanzielle Situation seines Unternehmens deutlich besser sei, als von Kritikern dargestellt werde.

Nach seinen Angaben verfüge die Gesellschaft über Vermögenswerte, die sämtliche bestehenden Verpflichtungen gegenüber Kunden decken könnten. Wörtlich erklärte er sinngemäß, dass sämtliche Kunden theoretisch ausbezahlt werden könnten und hierfür ausreichend Gold- und Liquiditätsbestände vorhanden seien.

Auch diese Aussagen stellen zunächst Eigendarstellungen des Unternehmens dar. Unabhängige testierte Nachweise oder veröffentlichte Wirtschaftsprüferberichte wurden in der Sendung nicht präsentiert.

Bestehende Kunden sollen ebenfalls in Bond-Struktur eingebunden werden

Während Neukunden nach Angaben der TGI künftig automatisch Bestandteil der Bond-Struktur werden sollen, kündigte Kaltenegger an, auch Bestandskunden in den kommenden Wochen in diese Konstruktion einzubinden. Eine technische beziehungsweise vertragliche Lösung sei hierfür bereits weitgehend vorbereitet.

Goldmodell bleibt unverändert

Ausführlich erläuterte Kaltenegger erneut das aktuelle Goldmodell.

Nach seiner Darstellung erhalten Kunden beim Erwerb von Goldbarren einen Preisnachlass von sieben Prozent auf den Tagespreis. Die Auslieferung erfolge innerhalb von bis zu acht Wochen. Gleichzeitig erklärte er, dass die TGI das Gold ihrer Kunden später wieder zum jeweiligen Tageskurs zurückkaufen könne und dabei keinen Spread berechne.

Kaltenegger verwies dabei mehrfach auf seine Einschätzung einer langfristig positiven Goldpreisentwicklung. Diese stellt allerdings eine persönliche Marktmeinung dar und keine Garantie für zukünftige Kursentwicklungen.

Kritik an Medien und Behörden

Neben den wirtschaftlichen Themen nutzte Kaltenegger die Sendung erneut für deutliche Kritik an Teilen der Berichterstattung sowie an den gegen sein Unternehmen eingeleiteten Ermittlungen.

Er äußerte die Ansicht, dass die TGI in der öffentlichen Darstellung teilweise ungerecht behandelt worden sei und sprach von überzogenen Reaktionen einzelner Behörden. Gleichzeitig stellte er klar, dass er die Existenz einer Finanzaufsicht grundsätzlich für notwendig halte, um unseriöse Anbieter vom Markt fernzuhalten. Künftig wolle man neue Produkte vor ihrer Einführung enger mit den zuständigen Behörden abstimmen.

Deutschland weiterhin Sonderfall

Im Hinblick auf den deutschen Markt erklärte Kaltenegger, dass bestimmte Modelle dort derzeit nicht angeboten würden. Hintergrund seien nach seiner Darstellung prospektrechtliche Anforderungen. Gemeinsam mit externen Beratern arbeite man an einer rechtskonformen Umsetzung für Deutschland.

Einordnung

Die Sendung zeigt deutlich, dass sich die TGI AG nach den regulatorischen Maßnahmen und der öffentlichen Kritik um einen Neustart bemüht. Auffällig ist der Versuch, durch zusätzliche Sicherungsmodelle, einen angekündigten Bond sowie umfangreiche Kommunikationsmaßnahmen verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Gleichzeitig bleiben zahlreiche zentrale Aussagen derzeit ausschließlich Behauptungen des Unternehmens. Dazu gehören insbesondere die Höhe der eingebrachten Vermögenswerte, der Umfang der angekündigten Versicherungen, die tatsächliche Listung des Bonds bei Euroclear sowie die Frage, ob die FMA Liechtenstein die behauptete vollständige Erfüllung ihrer Verfügung bestätigt.

Gerade bei Finanzprodukten gilt deshalb weiterhin: Entscheidend sind nicht Ankündigungen oder Präsentationen, sondern belastbare Dokumente, behördliche Bestätigungen und unabhängig überprüfbare Nachweise.

Bis diese öffentlich vorliegen, werden die weiteren Entwicklungen rund um die TGI AG sowohl von Anlegern als auch von den zuständigen Aufsichtsbehörden aufmerksam verfolgt werden.

18 Kommentare

  • Wenn ich nicht der Onkel des Podcast Moderators und Marketing Managers der TGI AG wäre, würde ich wahrscheinlich allen wünschen, falls die Anschuldigungen stimmen, das sie lange Haftstrafen bekommen. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung, aber mir blutet mein Herz, wenn ich den 24 jährigen Roman an der Seite des Herrn Kalteneggers sehe. Wir haben auf ihn aufgepasst als er klein war, und jetzt höre ich jede Woche beim TGI Podcast das er sich immer tiefer reinreitet. Herr Kaltenegger, falls meinen Neffen wegen Ihnen etwas passiert ziehe ich sie zur Verantwortung. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.

    • Was meint die denn mit „Schon fast lächerlich, der Unterschied zwischen Theorie und Praxis“?

      In der Theorie kann’s nicht funktionieren, dass sich das finanziell alles ausgeht ohne frisches Geld, aber in der Praxis geht’s?

  • Ein Kunde von mir hat eine Sprachnachricht eines TGI Keilers auf Band.
    Inhalt: TGI kann alles sofort rückzahlenund ist dann trotzdem dreimal “ überabgesichert“.Der Bond startet mal klein 750 Mio. Und wird massiv erweitert.
    Goldbestände enorm.Zudem alles rückversichert!
    Hat Herr Bogen so gesagt.
    Meine Empfehlung an meinen Bekannten:Alles akribisch genau dokumentieren.
    Dann hängt der Keiler ebenso.
    Unglaublich wie da gepusht wird.

    • Es gibt eine wirklich verlässliche Tatsache. Die Zuseher von TGI TV und den Verkaufsveranstaltungen schwinden im elementaren Bereich.

      Und klar: Morgen überholt dann Kaltenegger Musk im Ranking der Reichsten überhaupt. Aber eingetragen wirds bei Bloomberg und Co. erst nächste Wochen ;-)

  • Und noch etwas zu den angeblichen „430 Millionen Vermögenswerten der TGI“: Ohne testierte Bilanz sind die erst mal gar nichts wert – jedenfalls nichts Überprüfbares.

    Denn eine Beteiligung, etwa an der Mine in Sambia, lässt sich in der Bilanz mit einem utopischen Wert ansetzen. Schreibt man sie hoch genug, stehen dort plötzlich Vermögenswerte, die das reale Leben nicht hergibt und die im Verwertungsfall oft keine Werthaltigkeit haben. Wie so etwas funktioniert und wie es endet, hat man bei Signa/Benko gerade erst gesehen.

    Es dürfte einen Grund haben, warum ein Unternehmen seine Bilanz trotz mehrfacher Aufforderung der Behörde nicht einreicht, dafür sogar Strafzahlungen in Kauf nimmt und sich offenbar keine Revisionsstelle hält. Ein testierter Abschluss würde die Frage nach den 430 Millionen in einem Satz beantworten.

  • Man sollte ja nie vergessen, dass Kaltenegger der war, der ohne Scham und Skrupel, in einem Werbevideo, ein Handy in die Kamera gehalten hat und ohne rot zu werden behauptet hat, das Display hätte jetzt dank seiner Paste Diamanteigenschaften. Seine ganzen Ankündigungen und Versprechungen bzgl. der TGI scheinen mir in eine ähnliche Richtung zu gehen.

  • Von 750 Mio. € kann diese „Bank“ nur träumen. Es gibt ja nicht einmal eine Bilanz von der Bude. Das ist einfach der übliche Nebel, um das Geschäftsmodell irgendwie zu retten.

    Wesentlich wichtiger für die Kunden wäre die Rückabwicklung der BaFin gewesen – die in der ganzen Sendung völlig ignoriert wurde.

    Ohne Bilanz kann die TGI auch behaupten, sie hätte mehr Geld als Musk und Bezos zusammen. Prüfen kann es niemand.Fakt ist: Die Bilanzen der Vorgängerin GGMT waren schwer defizitär – bis zu jenem Punkt, an dem die TGI die Forderungen übernommen hat. Und man müsste schon sehr gutgläubig sein anzunehmen, dass das bei der TGI AG plötzlich ganz anders sein soll.

    Also: Legt endlich eure angeblich seit Monaten fertigen Bilanzen vor. Wenn das nicht passiert, drängt sich die Frage auf, ob sie schlicht nicht testatfähig sind. Und spätestens seit Wirecard wissen wir, was alles testiert wird – wenn nicht einmal das gelingt, muss etliches im argen liegen.

    Fazit: Hört mit dem Scheiß auf und leget endlich mal irgendwas auf den Tisch. Fällt euch nicht auf das die Leute die euch zuschauen langsam aussterben. 2200 -> 1500 -> 1100 -> 700
    Man hört jede Woche denselben Müll nur von hinten nach vorne.

    • A propos Bilanz, diejenigen der GGMT Revolution Wien und GGMTrading, beide Stichtag 30. September, wären zum 30. Juni fällig. Gut, das war erst diese Woche, und ein paar Tage Gerichtslaufzeit sind möglich, ggf. haben die sich auch noch mit einem Verbesserungsauftrag gemeldet und eine Nachfrist gewährt.

      Prüfungspflichtig sind die ja zu ihrem Glück nicht.

      Allerdings ist meine Hoffnung trotzdem eher begrenzt, dass die bald kommen.

    • „Es ist kein allgemeines Mindestkapital erforderlich. Eine Mindestanzahl von einer Aktie ist ausreichend.“

      Na, das ist aber vertrauenserweckend für eine Bank.

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