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TGI AG: Kalteneggers Vortrag, oder so? Aussagen und Fragen

geralt (CC0), Pixabay
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 Die Darstellung Kalteneggers zum Rückzug
Kaltenegger schildert die Vorgeschichte so: Die FMA Liechtenstein habe die TGI „nach vielen Jahren plötzlich“ als Einlagengeschäft eingestuft, obwohl physische Kaufverträge vorlägen und physisch ausgeliefert werde. Die BaFin sei gefolgt, dann Österreich. In Deutschland sei das Modell „2 % plus Treuebonus“ zusätzlich als prospektpflichtig eingestuft worden, womit jeder deutsche Kunde eine Rückabwicklung hätte fordern können — Rückabwicklung bedeute, „alles auf Null zu stellen“.
Hinzu gekommen seien eine Strafanzeige der FMA bei der Staatsanwaltschaft wegen gewerbsmäßigen Betrugs beziehungsweise Pyramidenspiels, Probleme mit der Gewerbeberechtigung und die Ankündigung des Fürstentums, einen eigenen Revisor einzusetzen. Sein Fazit dazu wörtlich: „Liechtenstein sagt zur TGI, haut endlich ab.“ Deshalb habe man am 31. Juli einen „geraden Schnitt“ gemacht und alle Kunden zum tagesaktuellen Kurs abgerechnet.
Er betont mehrfach, man könne „100 Prozent alle auszahlen“, und widerspricht der Darstellung, ein Übertrag ersetze eine Auszahlung: Jede Übertragung sei eine Zahlungsanweisung, das Geld müsse real vom Konto der TGI AG auf das Konto der Trust Gold International fließen.
2. Was am Geschäftsmodell anders ist
Gesellschaft und Aufsicht. Trust Gold International Limited, Mauritius, nach seinen Angaben reguliert von der dortigen Finanzaufsicht mit einer „Full-Service-Lizenz“ als Investment Dealer — also formal wie eine Wertpapierfirma, nicht nur als Goldhändler. Eigentümer bleiben Kaltenegger und seine Frau; Marc Bogen ist Geschäftsführer, Dr. Robert Weik Rechtsbeistand.
Die Produkte. Das Zwei-Monats-Modell steigt von 7 auf 8 % Sofortrabatt. Neu sind ein Ein-Jahres-Modell mit 3 % monatlich und ein Zwei-Jahres-Modell mit 4 % monatlich; letztere laut Präsentation „weltweit außer Deutschland“.
Der zentrale Bruch: keine Minen mehr als Hauptgeschäft. Wörtlich: „Der Hauptteil, was jetzt Trust Gold International macht, ist nicht mehr, dass wir investieren in Minen, sondern wir machen klassisch Einkauf, Verkauf.“ Man kaufe LBMA-zertifiziertes Gold in Europa rund 6 % unter dem London Fixing und verkaufe es an Abnehmer zu minus 2 %; Vertrag über 50 Tonnen, täglich 20 bis 30 Millionen Umsatz. Zusätzlich sei „nächste Woche“ ein Vertrag mit drei afrikanischen Regierungen über 500 kg Doré wöchentlich (2 Tonnen im Monat) bei 7 bis 10 % Spanne geplant. Beteiligungen an Bootup und Guyana bestünden weiter, dort wolle man „dieses Jahr noch“ investieren.
Der Marketingplan. 1 % monatlich auf Käufe direkt geworbener Kunden; eine „Powerline“ mit 50-%-Regel, die unabhängig von der Tiefe 1 % auf die Hälfte des Strukturumsatzes zahlt; dazu zehn „World Pools“ mit je 0,2 % (zusammen 2 %) des kumulierten weltweiten Umsatzes, monatlich. Qualifikation ab 10.000 € — auch durch reinen Eigenkauf, ohne Kunden. Die Struktur der TGI wurde „gespiegelt“.
Fonds und Bond. Ein Fonds „in Brüssel“, darüber ein Bond; unter „TGI Series 1″ könne man künftig Notes mit monatlicher Verzinsung kaufen, versichert mit 15 Millionen pro Fall. Der Bond habe Assets von 750 Millionen; Käufe bis zu dieser Summe seien „garantiert“ und über eine Bank rückversichert. Fonds und Bond würden nach Mauritius übertragen.
Zahlungsverkehr. Kooperationsbanken in der EU, Überweisung auf IBAN/BIC im EWR — „kein Mensch überweist nach Mauritius“. Krypto (USDT) für Ein- und Auszahlung möglich, auch auf private Wallets. Eine Debitkarte sei ab etwa September geplant.
3. Fragen der Kunden und Antworten
Warum wurde das Gold nicht ausgeliefert statt ausgezahlt? (zweimal gestellt) → Eine echte Rückabwicklung hätte bedeutet, allen Kunden Rabatte und Provisionen wieder abzuziehen; man habe „Fairplay“ gewählt. Wer Gold wolle, könne das Zwei-Monats-Modell nehmen und sich in zwei Monaten beliefern lassen.
Kann man nur einen Teilbetrag übertragen? → Nein. Entweder Auszahlung oder vollständiger Übertrag. Nach dem Übertrag könne man den Betrag aber auf verschiedene Modelle aufteilen.
Was passiert bei vollständiger Auszahlung mit dem Konto? → Das Konto entfällt, die Struktur ist weg; ein späterer Wiedereinstieg erfordere eine komplette Neuanmeldung.
Wie lange dauert die Auszahlung? → Sechs bis acht Wochen bei rund 50.000 Kunden. Kaltenegger verweist darauf, die FMA habe vier Monate eingeräumt, die Ende September ablaufen.
Was ist mit dem VIP-Modell / Power-Modell? → Eine Auszahlung sei nicht möglich, das wäre „ein klassisches Einlagengeschäft“. Alles wurde zum Tageskurs abgerechnet. Für VIP-Kunden sei im August „ein Bonbon“ angekündigt.
Was ist mit Aulicio-Anteilen und der Ausfallsgarantie? → Man habe freiwillig Umsatzbeteiligungen gezahlt, obwohl „keine rechtlichen Verbindungen in irgendeiner Vertragsform“ bestünden. Die Ausfallsgarantiemodelle werde man „entweder in der Trust Gold übernehmen oder wir machen einen anderen tollen Vorschlag“ — Berechnung diese oder nächste Woche.
Kunde mit Verlust aus dem Customer-Basic-2-%-Modell fragt nach Ausgleich. → Antwort: „4 Prozent jedes Monat. Und World Pool.“ Der Verlust sei „in drei Monaten“ ausgeglichen.
Kundin, die im Juni ins 7-%-Modell einstieg und deren erster Rabatt entfällt. → Sie habe den Rabatt beim Ankauf erhalten; beim Neukauf könne sie sich die 8 % sofort auszahlen lassen, und zwar ohne die Achtwochenfrist.
Mehrere Konten, KYC, Kontenzusammenlegung. → Alles wurde gespiegelt, ausstehende Verifizierungen übernommen. Künftig sei „nur ein Account“ vorgesehen; Zusammenlegungen würden im Einzelfall geprüft.
Widerspruch im Marketingplan-Dokument (eine Kundin: der Pool sei dort rangabhängig beschrieben, in der Präsentation aber umsatzabhängig) → Rehbein: Auf der vorherigen Folie stehe, dass der Eigenumsatz zu 100 % zähle; die zweite Folie betreffe den Weg über die Struktur. Er habe denselben Denkfehler gehabt und reklamiert.
Bleibt man dauerhaft im Pool? → Kaltenegger: „lebenslang, solange die Firma funktioniert“. Rehbein präzisiert einschränkend: Man müsse durchgehend aktive Goldbestellungen in Höhe der Schwelle halten; bei Auslieferung oder Auszahlung falle man wieder heraus.
Verwirrung um „TGI International“ (zwei Kundinnen, gleiches Logo, gleiche Modelle, Video mit Kaltenegger auf der Seite) → Das habe „mit heute überhaupt nichts zu tun“; die Seite werde zu „Trust Gold Connect“ umgebaut, einer Supportfirma in Dubai. Auf den Hinweis, die Seite sei aktiv online: „Vergessen Sie TGI International.“
Frist für die Grammatur-Garantie. Ursprünglich bis 15. August; nach der Wortmeldung einer Urlauberin verlängerte Kaltenegger live auf den 20. August.
Weiteres: Empfehlungsgeber dürfen in ausgeschlossenen Ländern wohnen und trotzdem empfehlen; Goldabholung in Wien bleibt möglich; das 8-%-Modell gilt auch in Österreich; die Aufzeichnung wird nicht geteilt („nur zur internen Dokumentation“).
4. Äußerungen zu „Die Bewertung“ und Thomas Bremer
Diesem Thema widmet Kaltenegger einen längeren Abschnitt. Er berichtet, er werde „jeden Tag traktiert“ mit Nachfragen dazu. Seine Aussagen — durchgängig als seine persönlichen Wertungen zu verstehen:
Er bezeichnet den Betreiber als „Vollidioten“, der „keine Ahnung“ habe und „nicht einmal eine Zulassung mehr“. Man arbeite mit Anwälten und über Google daran, dass er „in der Newszeile nie wieder auftaucht“. Zur Motivation äußert er die Vermutung, „der muss von irgendwo ja bezahlt werden, dass er auf uns so losgeht“ — ausdrücklich als seine oder „vieler Meinung“ formuliert, ohne Beleg.
Er wirft ihm vor, ein Anwaltsteam hinter sich zu haben, das Vertriebe suche, um Kunden zu akquirieren und Mandate zu generieren. Er schreibe sechs bis acht Artikel am Tag, werde aber „von der ganzen Community“ nicht mehr ernst genommen.
Zum berichteten Brandanschlag äußert sich Kaltenegger abschätzig: Der Betreiber habe „angeblich einen Brandanschlag gehabt“, bei dem jemand „schöne Grüße von der TGI“ gerufen habe — und stellt daran anschließend dessen psychische Verfassung in Frage. Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Vorfall erfolgt nicht.
Als Widerspruch führt er an, dasselbe Portal berichte positiv über eine „Diamantengruppe“, die das Modell kopiert habe und ebenfalls Rückkaufzusagen mache — was aus seiner Sicht ebenfalls ein Einlagengeschäft wäre. Er kündigt an, künftig Ein- und Verkäufe offenzulegen, um zu zeigen, „dass er nur Bullshit schreibt“.
Abschließend bittet er die Teilnehmer, ihm zu diesem Thema keine Nachrichten mehr zu schicken.
Einordnung: Es handelt sich durchgehend um Werturteile und unbelegte Vermutungen einer Verfahrensbeteiligten Seite über einen kritischen Berichterstatter. Eine Stellungnahme der Gegenseite liegt in dieser Veranstaltung nicht vor.
5. Fragen, die sich aus dem Modell ergeben
Zur Aufsicht. Welche Behörde genau erteilt die Lizenz, und unter welcher Nummer? Warum benötigt ein reiner Händler physischer Ware eine Wertpapierhändler-Lizenz? Und was bedeutet eine Aufsicht in Mauritius praktisch für europäische Kunden, deren Gerichtsstand nun Port Louis ist?
Zum Widerspruch zwischen Präsentation und AGB. Die veröffentlichten AGB für die verlängerte Lieferzeit schließen den gesamten EWR, die Schweiz und das Vereinigte Königreich aus — die Präsentation spricht von „weltweit außer Deutschland“. Welche Angabe gilt? Ebenso: Die AGB nennen „aktuell sieben Prozent“, die Präsentation 8 %.
Zur Sicherheit. Die AGB stellen ausdrücklich fest, der Lieferanspruch sei „nicht gesondert besichert“ und der Kunde trage das Insolvenzrisiko. Die Präsentation stellt Bond, 750 Millionen Assets und Versicherung als Absicherung dar. Wie passt das zusammen? Wer ist Versicherer, was genau deckt die Police, und wer ist begünstigt?
Zum Bond. Fonds „in Brüssel“, zuvor war von Luxemburg die Rede. Wer ist Emittent, wo ist er reguliert, und wo ist das Emissionsdokument einsehbar?
Zur Handelsspanne. Ist es plausibel, LBMA-zertifiziertes Gold dauerhaft 6 % unter dem Londoner Fixing einzukaufen und mit 4 Prozentpunkten Marge weiterzuverkaufen, in einem Markt, in dem Großhandelsspannen üblicherweise Bruchteile eines Prozents betragen? Und wenn täglich 20 bis 30 Millionen mit 3 bis 4 % Gewinn umgeschlagen werden — warum benötigt das Unternehmen dann überhaupt Kundengelder?
Zur Finanzierbarkeit. 4 % monatlich entsprechen 48 % im Jahr auf den Kaufpreis. Zusätzlich 2 % des weltweiten Umsatzes in zehn Pools, monatlich, dauerhaft, plus 1 % Direktbonus plus 1 % Powerline. Wie ist diese Summe aus einer Handelsmarge darstellbar, und was passiert, wenn der Kundenzustrom nachlässt?
Zur Struktur. Wenn das Geschäft künftig auf reinem Handel beruht und laut Kaltenegger „keine Kunden mehr“ gebraucht werden — warum dann ein ausgebauter mehrstufiger Vergütungsplan mit gespiegelter Struktur?
Zu den Altverbindlichkeiten. VIP, Power-Modell, Aulicio-Anteile und Ausfallsgarantien sind ungeklärt und auf August vertagt. Bestehen daraus rechtliche Ansprüche gegen die TGI AG, und was geschieht mit ihnen, wenn diese wie angekündigt liquidiert wird?
Zur Entscheidungssituation der Kunden. Auszahlung dauert sechs bis acht Wochen und löscht Konto und Struktur; der Übertrag ist nur vollständig möglich; die Preisgarantie endet am 20. August. Diese Kombination erzeugt Zeitdruck zugunsten der Übertragungsvariante — ist die Entscheidungsfrist angemessen?
Zur Prospektpflicht. Wenn das deutsche Modell prospektpflichtig war und Kunden daraus Rückabwicklungsansprüche hätten — bleiben diese Ansprüche gegen die TGI AG bestehen, und gegen wen wären sie nach deren Auflösung zu richten?

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