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Streit um Trumps Umbau des Lincoln-Reflecting-Pools eskaliert

eugeniohansenofs (CC0), Pixabay
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Donald Trump wollte Washington verschönern. Nun droht ausgerechnet ein Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial zum nächsten politischen Dauerstreit zu werden.

Die Sanierung des berühmten Reflecting Pools in der US-Hauptstadt sollte laut Trump ursprünglich höchstens zwei Millionen Dollar kosten. Inzwischen liegen die offiziellen Kosten bei mehr als 13 Millionen Dollar – und ein Gericht soll den Umbau nun stoppen.

Vom Denkmal zur Großbaustelle

Der Reflecting Pool zählt zu den bekanntesten Orte Washingtons. Zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument gelegen, spiegelt sich dort seit Jahrzehnten das klassische Bild amerikanischer Machtinszenierung.

Doch das Wasserbecken leidet seit Jahren unter Lecks, Algenproblemen, kaputten Leitungen und Vogelkot. Trump erklärte deshalb, der Pool werde „zum ersten Mal seit 1922 richtig funktionieren“.

Die Arbeiten laufen bereits. Das Wasser wurde abgelassen, Teile des Beckens blau gestrichen, schwere Fahrzeuge rollen durch das sonst ikonische Denkmalensemble.

Klage gegen „Verschandelung“

Genau das ruft nun Denkmalschützer auf den Plan. Eine Stiftung verklagte die Regierung und fordert einen sofortigen Baustopp.

Der Vorwurf: Die historische Substanz des Pools werde dauerhaft verändert, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen einzuhalten. Außerdem kritisieren die Kläger die Vergabe des Auftrags ohne reguläre Ausschreibung.

Die Regierung berief sich dabei auf eine Ausnahme für Notfälle – obwohl es sich bei einem undichten Wasserbecken mitten in Washington eher um ein langjähriges Ärgernis als um eine nationale Katastrophe handelt.

Trump und der Poolbau

Besonders unangenehm für das Weiße Haus: Trump selbst hatte öffentlich erklärt, er wolle die Sache lieber mit Leuten regeln, „die schon für ihn Swimmingpools gebaut haben“.

Später versuchte er, Distanz zum Vertrag herzustellen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, er kenne den beauftragten Unternehmer gar nicht.

Die Bilder der Baustelle passen dennoch perfekt zu Trumps Regierungsstil: große Gesten, schnelle Umbauten und eine gewisse Vorliebe dafür, nationale Symbole wie private Immobilienprojekte zu behandeln.

Washington im Trump-Design

Der Reflecting Pool ist dabei nur ein Teil einer größeren Verschönerungsoffensive.

Trump plant unter anderem einen gigantischen Triumphbogen zum 250. Geburtstag der USA, ließ bereits Teile des Weißen Hauses umbauen und versieht zunehmend kulturelle Einrichtungen mit seinem politischen Stempel.

Kritiker sprechen von einer Mischung aus Denkmalpflege, Markenpolitik und persönlichem Architekturgeschmack. Unterstützer sehen darin die Rückkehr von „Größe“ und Ordnung nach Washington.

Bis spätestens 4. Juli soll der Pool jedenfalls fertig sein – rechtzeitig für die großen Jubiläumsfeiern der Vereinigten Staaten.

Falls nicht vorher ein Richter entscheidet, dass Amerikas berühmtestes Wasserbecken lieber doch nicht wie ein Luxus-Hotelpool renoviert werden sollte.

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