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Neue Epstein-Akten werfen düsteres Licht auf Verbindungen zur Modebranche

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Neue Unterlagen aus den von den US-Behörden veröffentlichten Epstein-Akten zeigen, wie eng der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein über Jahre mit Teilen der internationalen Mode- und Modelbranche vernetzt war.

E-Mails und Dokumente legen nahe, dass Modelscouts, Agenturmitarbeiter und Brancheninsider junge Frauen und angehende Models regelmäßig an Epstein vermittelten. Dabei soll Epstein selbst nie eine offizielle Funktion in der Modeindustrie gehabt haben. Dennoch trat er gegenüber vielen jungen Frauen als einflussreicher Förderer auf, der angeblich Karrieren ermöglichen konnte.

In den Unterlagen finden sich Nachrichten von Talentsuchern, die Epstein junge Frauen aus verschiedenen Ländern vorstellten. Einige beschrieben ihre Kandidatinnen als besonders vielversprechend oder kündigten an, diese seien bereit, ihn persönlich kennenzulernen.

Nach Erkenntnissen von CNN entwickelte sich über Jahre ein Netzwerk gegenseitiger Vorteile. Während Epstein Kontakte, finanzielle Unterstützung und Hilfe bei Visaangelegenheiten anbot, verschafften ihm Personen aus der Modelbranche Zugang zu jungen Frauen aus aller Welt. Mehrere dieser Frauen erklärten später, von Epstein sexuell missbraucht worden zu sein.

Besonders bemerkenswert ist, dass zahlreiche Kontakte auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 bestehen blieben. Trotz seines Status als registrierter Sexualstraftäter wurde er weiterhin zu Veranstaltungen eingeladen, bei geschäftlichen Projekten eingebunden und von Branchenvertretern kontaktiert.

Im Zentrum der neuen Enthüllungen steht auch der französische Modelagent Jean-Luc Brunel. Dieser gründete mit finanzieller Unterstützung Epsteins die Agentur MC2 Model Management. Mehrere ehemalige Models erklärten später, über dieses Umfeld mit Epstein in Kontakt gekommen zu sein. Brunel bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets. Er starb 2022 in Untersuchungshaft in Frankreich.

Eine ehemalige russische Modelkarriere-Hoffnung schilderte, dass sie über einen Modelvermittler an Epstein herangeführt wurde. Dieser habe ihr versprochen, ihre Karriere in den USA voranzubringen. Stattdessen sei sie später als persönliche Assistentin für ihn tätig gewesen und habe jahrelangen Missbrauch erlebt.

Weitere ehemalige Models berichten, dass Agenturen teilweise ihre Visa verlängerten, obwohl sie faktisch nicht mehr als Models arbeiteten. Kritiker sehen darin Hinweise auf ein System, das zumindest teilweise weggeschaut haben könnte.

Ein weiterer Name in den Akten ist der Modelvermittler Daniel Siad. Er soll Epstein über Jahre hinweg Fotos und Informationen junger Frauen geschickt haben. Siad weist jede Kenntnis von Epsteins Straftaten zurück. Er erklärte gegenüber CNN, Epstein habe ihn getäuscht und er habe erst sehr spät erkannt, mit wem er tatsächlich zu tun hatte.

Opfervertreter und Branchenbeobachter fordern nun weitere Ermittlungen. Die Gründerin der Organisation Model Alliance, Sara Ziff, spricht von einem strukturellen Problem innerhalb der Branche. Ihrer Ansicht nach müsse umfassend untersucht werden, ob und in welchem Umfang Teile der Modewelt dazu beigetragen haben, Epsteins Taten zu ermöglichen.

Während die US-Behörden viele Verfahren inzwischen abgeschlossen haben, laufen in Frankreich weiterhin Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen Epstein, Modelvermittlern und internationalen Agenturen.

Für zahlreiche Betroffene bleibt die zentrale Frage bestehen, warum Warnsignale über Jahre hinweg ignoriert wurden und weshalb ein verurteilter Sexualstraftäter selbst nach seiner Verurteilung weiterhin Zugang zu jungen Frauen aus der Modebranche erhalten konnte.

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