Manchmal muss man Helmut Kaltenegger tatsächlich zustimmen: Die Klärung offener Fragen über Strafanzeigen ist grundsätzlich ein legitimer Weg. Ermittlungsbehörden arbeiten unabhängig und prüfen Sachverhalte eigenständig. Allerdings führt eine Anzeige nicht automatisch zu dem Ergebnis, das sich der Anzeigenerstatter möglicherweise erhofft.
Bemerkenswert war jedenfalls, dass Herr Kaltenegger auf der öffentlichen Veranstaltung angekündigt hat, künftig offenbar gegen nahezu jeden kritischen Artikel Strafanzeige erstatten zu wollen. Das steht ihm selbstverständlich frei. Dennoch sollte jedem bewusst sein, dass insbesondere eidesstattliche Versicherungen mit großer Sorgfalt abgegeben werden müssen. Falsche Angaben können strafrechtliche Konsequenzen haben und gelten keineswegs als Bagatelldelikt.
Interessant war zudem die Ankündigung, nun einen Verkaufsprospekt für Deutschland erstellen zu wollen – also genau jenen Schritt, auf dessen mögliche Notwendigkeit Kritiker seit Jahren hinweisen. Ob daraus tatsächlich konkrete Maßnahmen folgen oder ob es bei Ankündigungen bleibt, wird sich zeigen.
Unabhängig davon dürfte die Aufmerksamkeit der Finanzaufsicht auf das Geschäftsmodell bestehen bleiben. Beobachter gehen davon aus, dass laufende Prüfungen und bereits bekannte Veröffentlichungen weiterhin bewertet werden. Auch das neu vorgestellte Goldmodell könnte aus Sicht mancher Marktteilnehmer Fragen hinsichtlich möglicher Prospektpflichten aufwerfen. Eine abschließende Bewertung obliegt allerdings ausschließlich den zuständigen Behörden.
Auffällig war bei der Veranstaltung zudem die vergleichsweise geringe Besucherzahl vor Ort. Gerade angesichts der aktuellen Diskussionen rund um das Unternehmen hätten manche Beobachter wohl mit größerem Interesse gerechnet. Vielleicht läuft es beim nächsten Termin wieder besser.
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