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KI-Wüste in Utah

derwiki (CC0), Pixabay
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Warum sich Bürger gegen ein gigantisches Datenzentrum von „Mr. Wonderful“ wehren

Kevin O’Leary liebt große Zahlen. Der Investor aus der TV-Show „Shark Tank“ spricht von mehr als 100 Milliarden Dollar Investitionsvolumen, von nationaler Sicherheit, von Amerikas Wettlauf mit China. Mitten in Utah soll eines der größten KI-Datenzentren der Welt entstehen – samt eigenem Gaskraftwerk, riesigem Energiebedarf und Tausenden Jobs.

Doch in der ländlichen Region Box Elder County regt sich massiver Widerstand. Viele Bewohner fürchten, dass ihre Heimat zum Opfer des globalen KI-Booms wird.

Eine KI-Stadt mitten im Nirgendwo

Geplant ist ein gigantischer Technologiekomplex auf rund 40.000 Hektar Land nordwestlich des Great Salt Lake. Das Projekt mit dem Namen „Stratos“ soll am Ende neun Gigawatt Rechenleistung umfassen – mehr Energie, als der gesamte US-Bundesstaat Utah in einem Jahr verbraucht.

Die Entwickler versprechen wirtschaftlichen Aufschwung: 10.000 Jobs während der Bauphase, 2.000 dauerhafte Stellen, Milliarden an Steuereinnahmen. O’Leary spricht von einer patriotischen Mission.

„Wir dürfen China nicht gewinnen lassen“, sagt der Investor.

Doch viele Einwohner hören vor allem eines: mehr Hitze, mehr Wasserverbrauch, mehr Industrie mitten in einer empfindlichen Landschaft.

Angst um den Great Salt Lake

Der Great Salt Lake schrumpft seit Jahren dramatisch. Umweltforscher warnen bereits vor giftigen Staubstürmen durch austrocknende Seeflächen. Nun soll ausgerechnet dort ein KI-Megaprojekt entstehen, das enorme Mengen Energie und Kühlung benötigt.

Anwohner verlangen unabhängige Umweltgutachten. Sie kritisieren, dass das Projekt im Eilverfahren durch lokale Behörden gedrückt worden sei.

„Wir haben schlicht nicht genug Informationen“, sagt der Umweltforscher Robert Davies von der Utah State University.

Auch Aktivistin Caroline Gleich fordert Transparenz: „Big Tech verspricht immer eine bessere Zukunft. Aber wer trägt am Ende die Kosten?“

Protest gegen die KI-Eliten

Der Streit erinnert zunehmend an die größere gesellschaftliche Debatte über künstliche Intelligenz: Während Milliardäre und Technologiekonzerne von Fortschritt und Wachstum sprechen, fragen viele Bürger, ob sie überhaupt gefragt werden.

Bei der entscheidenden Sitzung der County-Kommission kam es zu lautstarken Protesten. Demonstranten hielten Schilder hoch wie: „Streams statt Streaming“ oder „Verkauft uns nicht“.

Die Behörden genehmigten das Projekt trotzdem einstimmig.

Nun wollen Gegner per Volksentscheid den Bau stoppen. Dafür müssen mehr als 5.000 Unterschriften gesammelt werden.

Der Westen als neue KI-Kolonie?

Für Kritiker steht längst mehr auf dem Spiel als nur ein Rechenzentrum. Sie sehen in Projekten wie „Stratos“ eine neue Form technologischer Landnahme: gigantische Serverfarmen, die Strom, Wasser und Landschaft verschlingen – für eine KI-Revolution, deren Nutzen viele Menschen noch immer skeptisch betrachten.

Oder wie eine Demonstrantin sagte: „Sie nennen es Zukunft. Für uns fühlt es sich eher an wie eine Übernahme.“

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