Die Parteispitze schaut zu, wie die Umfragewerte weiter auf Tauchstation gehen: Bärbel Bas und Lars Klingbeil.
Berlin – Die SPD arbeitet offenbar mit bemerkenswerter Konsequenz an einem Ziel, das lange als unerreichbar galt: der bundesweiten Einstelligkeit. Während Unternehmen Alarm schlagen, Bürger auf Reformen warten und die politische Konkurrenz munter Punkte sammelt, scheint die älteste Partei Deutschlands vor allem eines zu perfektionieren – den kontrollierten Sinkflug.
Noch ist die Zehn-Prozent-Marke nicht gefallen. Aber die SPD nähert sich ihr inzwischen mit der Gelassenheit eines Ausflugsschiffs auf Kollisionskurs. In einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) landet die Partei von Vizekanzler Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas bei gerade einmal 11 Prozent. Seit Anfang März sind das satte fünf Prozentpunkte weniger – eine Entwicklung, die selbst treue Genossen inzwischen nur noch mit angestrengtem Optimismus kommentieren dürften.
An der Spitze der Umfrage bleibt die AfD mit 27 Prozent, gefolgt von der Union, die ebenfalls Federn lassen musste und auf 23 Prozent kommt. Die Grünen legen auf 16 Prozent zu und ziehen der SPD weiter davon. Besonders unerquicklich für die Sozialdemokraten: Die Linke erreicht ebenfalls 11 Prozent und steht damit plötzlich auf Augenhöhe. Ein Zustand, der in früheren SPD-Zeiten wohl als schlechter Scherz durchgegangen wäre.
Die FDP schafft mit 5 Prozent die Rückkehr in die politische Komfortzone, während das BSW mit 2 Prozent zunehmend die Rolle eines Randnotiz-Projekts übernimmt.
Für die SPD bleibt derweil die Hoffnung, dass es sich bei den Umfragewerten nur um ein vorübergehendes Stimmungstief handelt. Allerdings dauert dieses „vorübergehend“ inzwischen so lange an, dass manche Beobachter bereits von einer neuen politischen Jahreszeit sprechen.
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