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Selbst Trumps eigene Wähler finden seinen Jesus-Post offenbar eher schwierig

JerOme82 (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat in seiner politischen Karriere schon vieles geschafft: Immobilien verkauft, Wahlniederlagen zu „Siegen“ erklärt und eine ganze Partei in eine Dauer-Talkshow verwandelt. Jetzt gelingt ihm offenbar noch etwas Neues:
Sogar viele eigene Anhänger finden seine Social-Media-Posts peinlich.

Laut einer aktuellen Umfrage reagieren fast 90 Prozent der Amerikaner negativ auf ein KI-generiertes Bild, das Trump als eine Art Jesus-Figur zeigte. Das Bild zeigte den Präsidenten in weißen Gewändern, mit leuchtender Aura, heilender Hand und amerikanischem Adler im Hintergrund – also ungefähr die spirituelle Mischung aus Evangelium, Super-Bowl-Halbzeitshow und patriotischem Fantasyfilm.

Selbst unter Republikanern und Trump-Wählern überwog die Ablehnung deutlich.

Man könnte sagen:
Die Grenze zwischen politischem Personenkult und religiösem Größenwahn scheint selbst in Amerika irgendwann erreicht zu sein.

Trump selbst zeigte sich überrascht über die Kritik. Das Bild habe eigentlich nur ihn „als Arzt“ dargestellt, erklärte er. Irgendetwas mit dem Roten Kreuz. Natürlich.

Nur „Fake News“ hätten daraus eine Jesus-Darstellung gemacht.

Das Problem dabei:
Wenn jemand in leuchtenden Gewändern Menschen heilt, während ein göttliches Licht auf ihn scheint, denken die meisten Menschen nun einmal eher an das Neue Testament als an eine Hausarztpraxis in Florida.

Der Streit eskalierte zusätzlich wegen Trumps Dauerfehde mit Papst Leo XIV. Der Pontifex hatte den Iran-Krieg kritisiert und zu Frieden aufgerufen. Trump reagierte darauf gewohnt diplomatisch und bezeichnete den Papst sinngemäß als schwach gegenüber Kriminalität und Atomwaffen.

Kurz darauf postete Trump ein weiteres KI-Bild – diesmal gemeinsam mit Jesus selbst.

Begleitet wurde das Ganze von der Botschaft, Gott spiele womöglich gerade „seine Trump-Karte“.

Spätestens an diesem Punkt dürfte selbst mancher evangelikale Pastor kurz innegehalten und gedacht haben:
Vielleicht jetzt doch mal das WLAN ausschalten.

Die Umfrage zeigt jedenfalls deutlich:
Die Mehrheit der Amerikaner steht in diesem Konflikt eher auf Seiten des Papstes.

Papst Leo XIV erreicht laut Erhebung deutlich bessere Zustimmungswerte als Trump. Besonders positiv wurde aufgenommen, dass der Papst die Amerikaner dazu aufrief, sich gegen Krieg einzusetzen und den Kongress zum Handeln zu bewegen.

Trump hingegen sammelt derzeit vor allem negative Reaktionen – nicht nur wegen seiner religiösen Selbstdarstellung, sondern auch wegen eines anderen Posts zum Iran-Konflikt. Darin drohte er sinngemäß, eine „ganze Zivilisation“ könne ausgelöscht werden, falls es keinen Deal gebe.

Drei Viertel der Amerikaner lehnten auch diese Aussage ab.

Selbst Verteidigungsminister Pete Hegseth geriet inzwischen in die Kritik, nachdem er öffentlich für „überwältigende Gewalt ohne Gnade“ gegen Amerikas Feinde gebetet hatte.

Amerikas Politik bewegt sich damit langsam in eine Richtung, in der man manchmal nicht mehr sicher ist, ob man gerade eine Supermacht beobachtet oder den Plot einer besonders teuren Endzeitserie.

Immerhin zeigt die Umfrage aber auch:
Selbst im polarisierten Amerika scheint es noch einen gewissen gesellschaftlichen Konsens zu geben.

Und der lautet offenbar:
Wer sich gleichzeitig mit Jesus vergleicht, dem Papst die Moral erklärt und nebenbei nukleare Drohungen postet, wirkt auf viele Menschen doch eher befremdlich als messianisch.

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