Startseite Allgemeines Schwere Gefängnisunruhen in Sri Lanka: 26 Tote und mehr als 100 Verletzte
Allgemeines

Schwere Gefängnisunruhen in Sri Lanka: 26 Tote und mehr als 100 Verletzte

VectorGallery (CC0), Pixabay
Teilen

Eskalation in Haftanstalt bei Colombo

Bei schweren Unruhen im Gefängnis von Negombo im Westen Sri Lankas sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern befinden sich nach offiziellen Angaben sieben Justizvollzugsbeamte. Mehr als 100 weitere Menschen wurden verletzt.

Die Ausschreitungen dauerten zwei Tage an und zählen zu den schwersten Gefängnisunruhen des Landes seit Jahren.

Streit unter Häftlingen löst Gewalt aus

Auslöser der Unruhen soll ein Konflikt zwischen zwei Gruppen von Gefangenen gewesen sein. Medienberichten zufolge ging es dabei um einen Häftling, der Informationen über Drogengeschäfte innerhalb der Haftanstalt weitergegeben haben soll.

Im Verlauf der Auseinandersetzungen gelang es Insassen, Waffen von Gefängnisbeamten an sich zu bringen. Bereits am ersten Tag kamen zwei Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Gefangene stürmen Dächer und Gefängnistor

Die Lage eskalierte weiter, als männliche Gefangene sowie Insassinnen eines benachbarten Frauenbereichs auf die Dächer der Gebäude kletterten und ihre Freilassung forderten.

Am folgenden Tag versuchten Häftlinge, das Haupttor der Haftanstalt zu stürmen. Sicherheitskräfte griffen ein, aus dem Gefängnis waren zahlreiche Schüsse zu hören. Polizei und Militär übernahmen schließlich die Kontrolle über das Gelände.

Während der Ausschreitungen stürzte zudem ein Teil des Gefängnisdachs ein, wodurch weitere Menschen verletzt wurden.

Viele Verletzte werden medizinisch behandelt

Nach Angaben der Behörden befinden sich weiterhin 23 Justizvollzugsbeamte und 54 Gefangene in medizinischer Behandlung. Einige Verletzte erlitten Schussverletzungen, andere schwere Prellungen und Schnittwunden. Mehrere Patienten wurden in Krankenhäuser nach Negombo und Colombo eingeliefert.

Vor dem Gefängnis versammelten sich zahlreiche Angehörige, die stundenlang auf Informationen über das Schicksal ihrer Familienmitglieder warteten.

Gefangene werden in andere Haftanstalten verlegt

Die Behörden haben inzwischen damit begonnen, Gefangene in andere Gefängnisse zu verlegen. Das Militär bleibt in Alarmbereitschaft, während Polizei und Sicherheitskräfte die beschädigten Bereiche der Haftanstalt durchsuchen.

Justizminister Harshana Nanayakkara ordnete eine umfassende Untersuchung der Ereignisse an. Die zuständigen Behörden sollen einen detaillierten Bericht über den Ablauf der Unruhen vorlegen.

Überfüllte Gefängnisse bleiben großes Problem

Sri Lankas Gefängnisse gelten seit Jahren als massiv überbelegt. Nach offiziellen Angaben befinden sich derzeit rund 41.250 Menschen in Haft – etwa viermal so viele, wie die Haftanstalten ursprünglich aufnehmen können.

Experten sehen in der chronischen Überbelegung einen wesentlichen Grund für die immer wieder aufflammenden Gewaltausbrüche. Bereits Ende 2020 waren bei Gefängnisunruhen in Sri Lanka elf Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Worauf muss ich achten, wenn ich Gold privat lagere, um den Wert zu erhalten?

Wenn du Goldbarren privat lagerst und sie später möglichst ohne Abschläge zum...

Allgemeines

FMA Österreich erklärt sichere Verwahrung von Kryptowerten – Wallets und Regulierung im Fokus

Mit der wachsenden Bedeutung von Kryptowährungen rückt auch deren sichere Verwahrung zunehmend...

Allgemeines

Marine Le Pen vor ungewisser Zukunft: Gerichtsurteil könnte Präsidentschaftspläne beenden

Marine Le Pen hat die französische Politik über viele Jahre geprägt wie...

Allgemeines

Afrikanische Staaten stellen neue US-Gesundheitsabkommen infrage

Die Vereinigten Staaten werben nach der weitgehenden Auflösung der Entwicklungshilfebehörde USAID mit...