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China setzt auf Robotaxis – Wird der nächste Technologiemarkt erobert?

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Autonome Fahrzeuge gehören in China bereits zum Alltag

Während sich autonome Fahrzeuge in vielen Ländern noch in der Erprobungsphase befinden, gehören Robotaxis in einigen chinesischen Städten bereits zum Straßenbild. Besonders im Pekinger Stadtbezirk Yizhuang verkehren fahrerlose Taxis und autonome Lieferfahrzeuge inzwischen regelmäßig im öffentlichen Straßenverkehr.

Unternehmen wie Baidu, WeRide und Pony.ai bieten dort kommerzielle Robotaxi-Dienste in festgelegten Testgebieten an. Die Fahrzeuge werden per Smartphone-App bestellt und fahren völlig ohne Fahrer durch den dichten Stadtverkehr – vorbei an Bussen, Fahrrädern, Motorrollern und Fußgängern.

Erfolgsmodell der Elektroauto-Industrie als Vorbild

Chinas Robotaxi-Industrie profitiert von den gleichen Strukturen, die das Land bereits zum weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen gemacht haben. Während westliche Unternehmen häufig viele Komponenten selbst entwickeln, arbeitet China mit einem eng verzahnten Netzwerk spezialisierter Firmen.

Automobilhersteller wie BYD, Geely, Chery oder SAIC produzieren die Fahrzeuge, während Technologieunternehmen die Software für autonomes Fahren entwickeln. Da Batterien, Sensoren, Chips und Bordcomputer bereits in riesigen Stückzahlen produziert werden, können neue Technologien deutlich schneller und kostengünstiger entwickelt werden.

Komplexer Verkehr liefert wertvolle Daten

Ein weiterer Vorteil liegt im chinesischen Straßenverkehr selbst. Das dichte und oft unübersichtliche Verkehrsaufkommen liefert enorme Datenmengen für das Training der Künstlichen Intelligenz.

Autonome Fahrzeuge müssen gleichzeitig auf Busse, Motorräder, Fahrräder, Fußgänger und unvorhersehbare Verkehrssituationen reagieren. Jede gefahrene Strecke verbessert die Software und macht die Systeme leistungsfähiger.

Expansion ins Ausland bleibt anspruchsvoll

Trotz der technologischen Fortschritte stehen chinesische Unternehmen im Ausland vor erheblichen Herausforderungen. Extreme Temperaturen, Schnee, starker Regen oder Nebel können Sensoren und Kameras beeinträchtigen. Zudem unterscheiden sich Verkehrsregeln und Straßenverhältnisse weltweit erheblich.

Hinzu kommen nationale Sicherheitsbedenken. Robotaxis sammeln große Mengen an Kamera-, Karten- und Standortdaten. Gerade in Europa und Nordamerika dürfte dies künftig verstärkt zu regulatorischen Hürden führen.

Konkurrenz aus den USA bleibt stark

Als führender internationaler Wettbewerber gilt derzeit Waymo, das Unternehmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Waymo betreibt bereits kommerzielle Robotaxi-Dienste in mehreren US-Städten und gilt bei vielen Experten weiterhin als Maßstab bei Nutzerfreundlichkeit und Servicequalität.

Andere amerikanische Anbieter wie Zoox oder Tesla arbeiten ebenfalls an autonomen Fahrdiensten. Gleichzeitig kooperieren Fahrdienstvermittler wie Uber und Lyft inzwischen mit chinesischen Technologieunternehmen.

Sicherheitsfragen bleiben entscheidend

Der Weg zum flächendeckenden Einsatz autonomer Fahrzeuge verläuft jedoch nicht ohne Rückschläge. Anfang des Jahres legte ein Softwarefehler bei Baidus Robotaxi-Dienst Apollo Go rund 100 Fahrzeuge in Wuhan lahm. Teilweise konnten Fahrgäste ihre Fahrzeuge zunächst nicht verlassen, da die Türen automatisch verriegelt waren. Der Betrieb wurde vorübergehend eingestellt.

Auch in den USA kam es zu Zwischenfällen. Die Robotaxi-Sparte Cruise von General Motors wurde nach einem schweren Unfall und regulatorischen Problemen eingestellt.

China verfolgt langfristige KI-Strategie

Für die chinesische Regierung sind Robotaxis weit mehr als nur ein neues Verkehrsmittel. Präsident Xi Jinping betrachtet Künstliche Intelligenz, Robotik und autonomes Fahren als zentrale Bausteine einer neuen Hightech-Wirtschaft.

Ziel ist es, Chinas technologische Führungsrolle weiter auszubauen und an den Erfolg der Elektroauto-Industrie anzuknüpfen. Ob chinesische Robotaxi-Anbieter diesen internationalen Durchbruch tatsächlich schaffen, wird jedoch nicht allein von der Technik abhängen. Sicherheit, Regulierung und das Vertrauen der Bevölkerung dürften letztlich über den globalen Erfolg entscheiden.

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