Die Schweiz will jahrzehntelang unter Verschluss gehaltene Geheimdienstakten über den NS-Kriegsverbrecher Josef Mengele freigeben.
Der berüchtigte Auschwitz-Arzt, bekannt als „Todesengel“, hatte nach dem Zweiten Weltkrieg unter falscher Identität nach Südamerika fliehen können. Doch seit Jahrzehnten kursieren Gerüchte, dass er sich zeitweise auch in der Schweiz aufgehalten haben könnte – trotz internationalen Haftbefehls.
Nun kündigte der Schweizer Nachrichtendienst an, Historikern Zugang zu den bisher versiegelten Unterlagen zu gewähren. Ein konkretes Datum für die Freigabe gibt es allerdings noch nicht.
Historiker hatten jahrelang erfolglos versucht, Einsicht in die Akten zu erhalten. Die Behörden lehnten dies mit Verweis auf nationale Sicherheitsinteressen und den Schutz der Familie ab. Die Dokumente sollten ursprünglich sogar bis 2071 geheim bleiben.
Erst nachdem ein Historiker juristisch gegen die Geheimhaltung vorging und per Crowdfunding Geld für den Prozess sammelte, lenkten die Behörden ein.
Mengele war SS-Arzt im Vernichtungslager Auschwitz und entschied dort über Leben und Tod von Hunderttausenden Menschen. Er schickte Häftlinge in die Gaskammern und führte grausame Menschenversuche durch – insbesondere an Kindern und Zwillingen.
Nach Kriegsende tauchte er unter und erhielt mithilfe falscher Papiere Reisedokumente des Roten Kreuzes. Über Italien floh er schließlich nach Südamerika.
Brisant sind nun Hinweise darauf, dass Mengele Jahre später möglicherweise erneut nach Europa zurückkehrte.
Historiker stießen auf Dokumente, wonach der österreichische Geheimdienst die Schweiz 1961 warnte, Mengele könne sich unter falschem Namen im Land aufhalten.
Gleichzeitig mietete seine Ehefrau damals eine Wohnung in Zürich und beantragte dort sogar eine Aufenthaltsgenehmigung.
Die Wohnung lag ausgerechnet in Flughafennähe – ungewöhnlich bescheiden für die wohlhabende Familie.
Polizeiakten zeigen zudem, dass die Schweizer Behörden die Wohnung überwachten. Dabei wurde die Ehefrau mehrfach mit einem unbekannten Mann beobachtet.
Ob es sich dabei tatsächlich um Mengele handelte, bleibt bis heute ungeklärt.
Einige Historiker vermuten, dass die Schweizer Behörden womöglich Hinweise von ausländischen Geheimdiensten – etwa dem israelischen Mossad – erhalten hatten und deshalb die Akten unter Verschluss hielten.
Andere sehen in der jahrzehntelangen Geheimhaltung vor allem ein Zeichen für die schwierige Aufarbeitung der Schweizer Rolle im Zweiten Weltkrieg.
Denn die neutrale Schweiz geriet später massiv in Kritik:
Jüdische Flüchtlinge wurden teilweise an den Grenzen abgewiesen, während Schweizer Banken Vermögen von Holocaust-Opfern verwalteten.
Ob die nun geöffneten Akten tatsächlich neue Erkenntnisse liefern, ist unklar.
Historiker befürchten bereits, dass große Teile geschwärzt sein könnten.
„Vielleicht werden wir nie die ganze Wahrheit erfahren“, sagte einer der Forscher.
„Aber vielleicht bekommen wir zumindest ein klareres Bild.“
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