CDU rutscht in Niedersachsen ab – und Friedrich Merz sammelt Wahlschlappen inzwischen offenbar im Abo
Es gibt Wochen, da läuft es politisch nicht besonders gut.
Und dann gibt es Wochen, in denen man Friedrich Merz heißt.
Kaum ist die Niederlage in Sachsen-Anhalt verdaut, kommt schon die nächste schlechte Nachricht für die CDU: In Niedersachsen fällt die Partei in einer aktuellen INSA-Umfrage auf 22 Prozent.
Drei Punkte weniger.
Nur noch ein Punkt vor der AfD.
Vier Punkte hinter der SPD.
Kurz gesagt:
Die CDU befindet sich dort, wo früher einmal ihre politische Komfortzone war – nur ohne Komfort.
Platz zwei wird plötzlich zum Luxusgut
Die SPD liegt mit 26 Prozent vorne.
Die CDU kommt auf 22.
Die AfD auf 21.
Damit muss die Kanzlerpartei inzwischen nicht mehr nur darüber nachdenken, wie sie wieder stärkste Kraft wird.
Sie muss erst einmal hoffen, überhaupt Zweite zu bleiben.
Politischer Anspruch und politische Realität entwickeln sich bei der CDU derzeit ungefähr wie zwei Züge, die in entgegengesetzte Richtungen fahren.
Und irgendwo dazwischen steht Friedrich Merz auf dem Bahnsteig und erklärt, alles sei unter Kontrolle.
Nur 18 Prozent wollen die CDU an der Spitze
Besonders charmant ist ein weiterer Wert.
Gerade einmal 18 Prozent wünschen sich in Niedersachsen eine CDU-geführte Landesregierung.
24 Prozent bevorzugen die SPD.
Noch schlechter sieht es für CDU-Landeschef Sebastian Lechner aus.
Bei einer fiktiven Direktwahl des Ministerpräsidenten käme er auf 13 Prozent.
Amtsinhaber Olaf Lies erreicht 25 Prozent.
Das ist kein Rückstand mehr.
Das ist schon fast höflicher Abstand.
Die Grünen lachen sich derweil ins Fäustchen
Während die CDU drei Punkte verliert, gewinnen die Grünen drei Punkte hinzu und landen bei 15 Prozent.
Die FDP klettert auf fünf Prozent.
Die Linke fällt auf sechs Prozent.
Das BSW kommt auf drei Prozent.
Die CDU kann sich also wenigstens damit trösten, dass irgendjemand von ihrer Schwäche profitiert.
Leider meistens die anderen.
Sachsen-Anhalt war offenbar nur das Vorspiel
Besonders unangenehm wird es, wenn man Niedersachsen nicht isoliert betrachtet.
In Sachsen-Anhalt hatte sich die CDU zuvor auf 17,2 Prozent mehr als halbiert.
Das war schon schmerzhaft.
Aber offenbar dachte sich die politische Wetterlage:
Da geht noch was.
Denn auch in Mecklenburg-Vorpommern sieht es für die Merz-CDU düster aus.
Dort kommt sie laut der im Bericht genannten Umfrage nur noch auf 7 Prozent.
Sieben.
Nicht siebzehn.
Sieben.
Damit nähert sich die Partei bedenklich der Fünf-Prozent-Hürde.
Eine Partei, die im Bund den Kanzler stellt, muss in einem Bundesland inzwischen offenbar darüber nachdenken, ob sie überhaupt sicher in den Landtag kommt.
Das nennt man vermutlich föderale Vielfalt.
Und Merz?
Friedrich Merz bleibt Kanzler.
Friedrich Merz bleibt CDU-Chef.
Friedrich Merz kündigt Konsequenzen an.
Meistens für andere.
Mal wird Personal ausgetauscht.
Mal wird die Parteiführung neu sortiert.
Mal entdeckt man plötzlich Ostdeutschland.
Nur eine Möglichkeit scheint bisher wenig attraktiv:
dass der Parteichef selbst etwas mit den schlechten Ergebnissen zu tun haben könnte.
Das wäre allerdings eine unangenehme Theorie.
Also lieber Organigramme verschieben.
Schlimmer geht’s immer
Sachsen-Anhalt: schwer verloren.
Mecklenburg-Vorpommern: sieben Prozent.
Niedersachsen: drei Punkte weg.
Und die AfD sitzt der CDU inzwischen auch dort im Nacken.
Man könnte langsam meinen, die CDU betreibe keine Wahlkampfstrategie mehr, sondern eine politische Survivalshow.
Jede Woche eine neue Aufgabe:
Wie tief können wir noch fallen?
Die Antwort scheint bislang zu lauten:
Bitte nächste Umfrage abwarten.
Denn eines hat die CDU unter Friedrich Merz inzwischen zuverlässig bewiesen:
Wenn man glaubt, der Tiefpunkt sei erreicht, kommt irgendwo schon die nächste Zahl um die Ecke.
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