Ein Kommentar aus königsblauer Fan Sicht
Clemens Tönnies war bei der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 wieder in der Arena – diesmal lediglich als einfaches Mitglied. Schon dieser Auftritt zeigt, wie stark sein Name auf Schalke noch immer wirkt.
Wo Tönnies auftaucht, wird diskutiert. Die einen verbinden mit ihm erfolgreiche Jahre, wirtschaftliche Stärke und internationales Ansehen. Andere erinnern an Konflikte, Fehler und seinen Rücktritt im Jahr 2020.
Als Schalke-Fan sage ich trotzdem klar: Clemens Tönnies gehört wieder in den Aufsichtsrat.
Nicht, weil früher alles richtig war. Nicht, weil Kritik vergessen werden sollte. Sondern weil Schalke gerade jetzt Menschen braucht, die Erfahrung, Kontakte, wirtschaftliches Verständnis und echte Verbundenheit mit dem Verein mitbringen.
Schalke braucht starke Persönlichkeiten
Sportlich und finanziell befindet sich der Verein wieder auf einem besseren Weg. Nach dem Aufstieg wird am Bundesligakader gearbeitet, das Ziel lautet zunächst Klassenerhalt.
Doch jeder Schalke-Fan weiß: Ein paar gute Monate reichen nicht. Der Verein braucht langfristige Stabilität. Er braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, schwierige Entscheidungen treffen und auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben.
Clemens Tönnies kennt den Verein wie kaum ein anderer. Er war über viele Jahre an entscheidender Stelle tätig, kennt das wirtschaftliche Umfeld, besitzt ein großes Netzwerk und hat bewiesen, dass er für Schalke Verantwortung übernehmen kann.
Natürlich gab es unter seiner Führung Fehler. Aber welcher Verantwortliche in der Geschichte dieses Vereins kann von sich behaupten, niemals eine falsche Entscheidung getroffen zu haben?
Schalke sollte nicht so tun, als könne man jahrzehntelange Erfahrung einfach aus dem Gedächtnis löschen.
Ein Maulkorb ist keine Lösung
Besonders unverständlich ist der Antrag, Mitgliedern des Ehrenpräsidiums öffentliche Äußerungen über Schalke zu untersagen.
Ein Verein wie Schalke lebt von Diskussionen, Emotionen und unterschiedlichen Meinungen. Wer erfahrene Persönlichkeiten in ein Ehrenamt beruft, kann ihnen anschließend nicht ernsthaft verbieten wollen, sich zum Verein zu äußern.
Ein Ehrenpräsidium ohne Stimme wäre ungefähr so sinnvoll wie die Nordkurve ohne Gesänge.
Der Antrag wurde zwar abgelehnt, doch allein die Debatte wirft Fragen auf. Braucht Schalke wirklich weniger offene Diskussionen? Oder braucht der Verein nicht vielmehr Menschen, die sich einmischen, Verantwortung übernehmen und auch unbequeme Wahrheiten aussprechen?
Clemens Tönnies und Huub Stevens stehen für einen bedeutenden Teil der Vereinsgeschichte. Beide zum Schweigen bringen zu wollen, wäre kein Zeichen von Modernisierung, sondern von Unsicherheit.
Der Rückzug war ein Verlust
Tönnies und Stevens verzichteten schließlich auf ihre Kandidaturen. Damit wurde einer möglichen Eskalation auf der Mitgliederversammlung der Wind aus den Segeln genommen.
Für den Verein ist dieser Rückzug trotzdem bedauerlich.
Gerade Clemens Tönnies hätte dem Aufsichtsrat wirtschaftliche Kompetenz und Durchsetzungsstärke geben können. Schalke braucht nicht ausschließlich Verwalter und Gremienpolitiker. Schalke braucht Persönlichkeiten, die Entscheidungen treffen und für diese auch mit ihrem Namen einstehen.
Der Verein hat in den vergangenen Jahren erlebt, wohin schwache Führung, unklare Zuständigkeiten und endlose interne Machtkämpfe führen können.
Deshalb darf die Frage nicht lauten: Wer war früher an welchem Fehler beteiligt?
Die entscheidende Frage muss lauten: Wer kann Schalke heute konkret helfen?
Erfahrung darf kein Ausschlussgrund sein
Manche Kritiker behandeln Tönnies so, als dürfe seine Zeit auf Schalke nur noch als abgeschlossenes Kapitel betrachtet werden.
Doch ein Traditionsverein sollte die eigene Geschichte nicht entsorgen. Er sollte aus ihr lernen.
Clemens Tönnies hat Schalke nicht allein geführt. Er war Teil eines gesamten Systems aus Vorstand, Aufsichtsrat, sportlicher Leitung und Mitgliederversammlung. Erfolge waren Gemeinschaftsleistungen – Fehler ebenfalls.
Es wäre deshalb zu einfach, sämtliche Fehlentwicklungen einer einzelnen Person anzulasten und gleichzeitig die erfolgreichen Jahre auszublenden.
Unter seiner Ägide spielte Schalke regelmäßig international, erreichte die Champions League, gewann Titel und gehörte sportlich wie wirtschaftlich zu den bedeutendsten Vereinen Deutschlands.
Diese Erfahrung ist heute nicht weniger wertvoll, nur weil sie unbequem geworden ist.
Keine Rückkehr zu alten Strukturen
Eine Rückkehr von Tönnies müsste selbstverständlich unter veränderten Bedingungen erfolgen.
Niemand fordert eine uneingeschränkte Machtposition oder eine Wiederholung alter Strukturen. Schalke braucht klare Zuständigkeiten, Transparenz und wirksame Kontrolle.
Doch genau dafür gibt es einen Aufsichtsrat.
Tönnies sollte dort nicht als Alleinherrscher auftreten, sondern als eines von mehreren erfahrenen Mitgliedern. Seine wirtschaftlichen Kenntnisse und Kontakte könnten den Verein stärken, während andere Mitglieder für Kontrolle, neue Perspektiven und Ausgleich sorgen.
Das wäre keine Rückkehr in die Vergangenheit.
Es wäre die sinnvolle Nutzung vorhandener Kompetenz.
Die Mitglieder haben ein Recht auf echte Auswahl
Fast 5.000 Mitglieder kamen zur Versammlung. Das zeigt, wie lebendig Schalke trotz aller Krisen geblieben ist.
Diese Mitglieder sollten darüber entscheiden dürfen, welche Persönlichkeiten sie in den Gremien des Vereins sehen wollen. Kandidaturen durch Satzungsänderungen, politische Manöver oder informellen Druck zu verhindern, widerspricht dem demokratischen Selbstverständnis des Vereins.
Wer glaubt, Tönnies sei nicht mehr der Richtige, kann gegen ihn stimmen.
Wer von seiner Erfahrung überzeugt ist, muss für ihn stimmen dürfen.
So funktioniert ein Mitgliederverein.
Nicht durch Maulkörbe, Hinterzimmer oder den Versuch, unliebsame Kandidaten bereits vor der Wahl aus dem Rennen zu nehmen.
Schalke braucht Zusammenhalt statt Lagerdenken
Der Verein darf nicht erneut in alte Lagerkämpfe verfallen. Es geht nicht um „Tönnies gegen den Rest“, nicht um persönliche Eitelkeiten und nicht um Rechnungen aus der Vergangenheit.
Es geht um Schalke 04.
Der Verein benötigt sportliche Stabilität, wirtschaftliche Vernunft und eine Führung, der die Mitglieder vertrauen können. Dazu sollten sowohl neue Kräfte als auch erfahrene Schalker gehören.
Clemens Tönnies ist kein fehlerloser Retter. Einen solchen Menschen gibt es nicht.
Aber er ist ein erfahrener Unternehmer, ein langjähriger Schalker und eine Persönlichkeit, die den Verein noch immer bewegt. Seine Kenntnisse und sein Netzwerk ungenutzt zu lassen, wäre fahrlässig.
Fazit
Dass Clemens Tönnies bei der Mitgliederversammlung nur als einfaches Mitglied auf der Tribüne saß, passt nicht zu seiner Bedeutung für den Verein.
Schalke muss aus der Vergangenheit lernen, darf aber nicht aus Angst vor ihr auf wertvolle Erfahrung verzichten.
Ein starker Aufsichtsrat braucht unterschiedliche Stimmen, klare Kontrolle und Persönlichkeiten mit wirtschaftlichem Gewicht. Clemens Tönnies kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.
Deshalb lautet meine Forderung als Schalke-Fan:
Lasst die Mitglieder entscheiden. Holt Clemens Tönnies zurück in den Aufsichtsrat.
Nicht für persönliche Macht.
Nicht aus Nostalgie.
Sondern für einen starken, stabilen und erfolgreichen FC Schalke 04.
Glück auf!
Ich schließe mich dem Kommentar in vollem Umfang an. Schalke braucht die Besten. 👍 Glück Auf.
Super Kommentar!!
Ich bin auf jeden Fall der gleichen Meinung!
Den ewig „gestrigen“muß das doch irgendwann auch Mal klar werden!!
Clemens Tönnies steht zu Schalke, trotz vieler Anfeindungen. Schalke und die vielen Sympatisanten sind grösser als die Ultras und einige Fangruppen. Demokratie sollte im Sport und Vereinsleben immer an 1. Stelle stehen. Also seit fair und akzeptiert andere Meinungen. GLÜCK AUF.