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Schalke04 – warum immer der einfache Weg?

jorono (CC0), Pixabay
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Kommentar eines Schalke-Fans

Kevin Müller kommt zurück. 35 Jahre alt, erfahren, sympathisch, absolut professionell. An ihm persönlich gibt es nichts auszusetzen. Im Gegenteil: In der Rückrunde hat er seinen Job ordentlich gemacht und kennt den Verein.

Aber genau darum geht es gar nicht.

Mich ärgert vielmehr das Signal, das Schalke mit diesem Transfer sendet.

Da reden wir seit Jahren davon, den Nachwuchs zu fördern, die Knappenschmiede wieder zum Herzstück des Vereins zu machen und jungen Talenten echte Perspektiven zu geben. Und wenn sich dann einmal die Chance bietet, hinter einer klaren Nummer eins wie Loris Karius einen jungen Torwart in Ruhe aufzubauen – was macht Schalke?

Man verpflichtet wieder einen gestandenen Profi.

Natürlich ist Kevin Müller mit 35 kein „alter Sack“. Das ist keineswegs despektierlich gemeint. Torhüter spielen schließlich häufig bis weit über 35 hinaus auf hohem Niveau. Das Problem ist ein anderes: Er wird nicht besser werden. Er ist das, was er ist – ein erfahrener Ersatzkeeper.

Doch genau diese Rolle hätte doch auch ein Talent aus der eigenen Jugend übernehmen können.

Ein junger Keeper hätte täglich von Karius lernen, sich an das Bundesliga-Niveau gewöhnen und Schritt für Schritt aufgebaut werden können. So entsteht Entwicklung. So entstehen Werte für den Verein.

Stattdessen blockiert man diesen Platz wieder mit einer Übergangslösung.

Ja, Müller kennt Schalke. Ja, er akzeptiert seine Rolle. Ja, die Ablöse fällt überschaubar aus.

Aber ist das wirklich die Vision, mit der Schalke langfristig wieder erfolgreich werden will?

Andere Vereine bringen 19- oder 20-jährige Torhüter langsam an den Profifußball heran. Schalke entscheidet sich erneut für maximale Sicherheit.

Vielleicht ist das sportlich nachvollziehbar.

Aber als Fan wünsche ich mir manchmal einfach etwas mehr Mut.

Gerade auf der Torwartposition hätte man zeigen können, dass die viel beschworene Knappenschmiede nicht nur ein Werbeslogan ist. Stattdessen bekommt die Jugend wieder das Signal: „Danke fürs Training – wenn es ernst wird, holen wir doch lieber einen Erfahrenen.“

Kevin Müller trifft dabei überhaupt keine Schuld. Er macht nur seinen Job.

Die eigentliche Frage muss sich Schalke selbst stellen:

Wann, wenn nicht als Nummer zwei hinter einer gesetzten Nummer eins, will man endlich wieder einen eigenen Torhüter entwickeln?

Denn wenn selbst diese Position nicht für den Nachwuchs genutzt wird, muss man sich nicht wundern, wenn die größten Talente irgendwann lieber woanders ihre Chance suchen.

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