Startseite Allgemeines Schalke 04 oder Austrias Euro Gastarbeiterelf: Wöber verstärkt Schalker Verteidigung
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Schalke 04 oder Austrias Euro Gastarbeiterelf: Wöber verstärkt Schalker Verteidigung

jorono (CC0), Pixabay
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Also langsam wird es auffällig: Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga – und offenbar wurde beim Aufstieg direkt ein Kooperationsvertrag mit Österreich unterschrieben. Trainer Miron Muslic aus Tirol, Dejan Ljubicic im Mittelfeld, Junior Adamu frisch dabei und jetzt auch noch Maximilian Wöber für die Abwehr. Fehlt eigentlich nur noch, dass im Stadion statt Currywurst plötzlich Kaiserschmarrn mit blau-weißer Puderzuckerraute verkauft wird.

Aber mal ehrlich: Als Schalke-Fan nimmt man inzwischen jeden, der laufen, grätschen und idealerweise nicht sofort beim ersten gegnerischen Konter rückwärts umfällt. Wenn der Mann dann auch noch 31-facher ÖFB-Nationalspieler ist, bei Ajax, Sevilla, Salzburg, Gladbach und Bremen war, klingt das erst einmal nach Fußball-Lebenslauf und nicht nach „hat mal bei FIFA Karriere-Modus gut ausgesehen“.

Maximilian Wöber kommt ablösefrei von Leeds United, weil sein Vertrag dort aufgelöst wurde. Ablösefrei – dieses Wort klingt auf Schalke ungefähr so schön wie Champions-League-Hymne, nur realistischer. Ein Jahr Vertrag bekommt er, also genau lang genug, um entweder Publikumsliebling zu werden oder in der Winterpause in irgendeiner Fanrunde als „der Ösi da hinten links“ analysiert zu werden.

Natürlich gibt es auch den kleinen Haken: In Bremen spielte Wöber wegen einer Oberschenkelverletzung nur drei Partien. Drei. Das ist weniger als manche Schalker in einer Saison Trainer erlebt haben. Aber gut, wir wollen nicht kleinlich sein. Wer bei Schalke unterschreibt, hat automatisch schon bewiesen, dass er eine gewisse Risikobereitschaft besitzt.

Wöber selbst spricht von einer „reizvollen Aufgabe“. Das ist höflich formuliert. Schalke in der Bundesliga zu stabilisieren ist nicht reizvoll, das ist wie Fallschirmspringen mit einem Rucksack voller Emotionen und der leisen Hoffnung, dass irgendwo noch ein Ersatzschirm namens „Teamgeist“ auftaucht.

Aber genau deshalb passt er vielleicht. Schalke braucht keine Hochglanzprinzchen, sondern Leute, die wissen, wie man sich durch harte Spiele beißt. Innenverteidiger mit Erfahrung, Zweikampfhärte und der Fähigkeit, bei einer Ecke nicht nur dekorativ neben dem Gegner zu stehen, sind bei uns immer willkommen.

Und wenn Youri Mulder sagt, Wöber bringe über 170 Erstligaspiele Erfahrung mit, dann horchen wir auf. Erfahrung ist nämlich auf Schalke ein kostbares Gut. Davon hatten wir in den letzten Jahren manchmal ungefähr so viel wie Ruhe im Umfeld: theoretisch vorhanden, praktisch schwer auffindbar.

Unter Miron Muslic soll Wöber nun wieder sein volles Potenzial abrufen. Das klingt gut. Muslic wirkt ohnehin wie einer, der morgens um sechs schon taktische Pressingfallen auf Servietten malt, während andere noch überlegen, ob sie Kaffee oder Red Bull brauchen. Wenn jemand einem angeschlagenen, aber erfahrenen Verteidiger wieder Beine machen kann, dann vielleicht dieser Trainer.

Und ganz ehrlich: Diese österreichische Note kann uns nicht schaden. Schalke hatte in den letzten Jahren genug Drama, Chaos und Zweitliga-Graupelschauer. Vielleicht bringt die Alpenfraktion ja endlich ein bisschen Stabilität rein. Oder wenigstens genug Mentalität, damit wir bei Auswärtsspielen nicht wieder aussehen wie Touristen, die versehentlich in ein Bundesligaspiel geraten sind.

Also willkommen, Maximilian Wöber. Zieh dir das königsblaue Trikot an, halte den Laden hinten zusammen und lerne schnell den wichtigsten Satz auf Schalke: „Glück auf, und bitte keine unnötigen Ballverluste im Aufbau.“

Wenn das klappt, darf Österreich gerne weiterliefern. Aber bitte mit Abwehrspielern, nicht nur mit Sachertorte.

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