Für Cher endet ein juristischer Erfolg im Streit um Musikrechte mit einer teuren Wendung. Die US-Popikone muss ihre Anwaltskosten in Höhe von mehr als einer Million Dollar selbst tragen, obwohl sie den zugrunde liegenden Rechtsstreit gegen Mary Bono, die Witwe ihres früheren Ehemanns Sonny Bono, gewonnen hatte.
Cher hatte Mary Bono im Oktober 2021 verklagt. Hintergrund war ein Streit um Tantiemen aus der Musik von Sonny & Cher, dem erfolgreichen Popduo der 1960er-Jahre. Cher machte geltend, ihr stehe aufgrund der Scheidungsvereinbarung mit Sonny Bono ein Anteil von 50 Prozent an bestimmten Rechten und Einnahmen zu. Sie warf Mary Bono vor, diese Ansprüche unterlaufen zu haben.
Im Mai 2024 bekam Cher vor Gericht recht. Ein Richter entschied, dass ihr mehr als 418.000 Dollar an ausstehenden Tantiemen zustehen. Anschließend verlangte die Sängerin, auch ihre im langjährigen Rechtsstreit entstandenen Anwaltskosten vollständig ersetzt zu bekommen.
Diesen Antrag wies US-Bezirksrichter John A. Kronstadt nun zurück. In einer Entscheidung vom 17. Juli kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass Cher ihre eigenen Kosten tragen müsse. Der Grund: Der Streit zwischen den beiden Frauen habe sich im Kern um vertragliche Fragen gedreht und nicht um Ansprüche aus dem bundesweiten Urheberrecht. Mary Bono geht weiterhin gegen die ursprüngliche Entscheidung zu den Tantiemen vor.
Cher war von 1969 bis 1975 mit Sonny Bono verheiratet. Gemeinsam wurden beide als Sonny & Cher weltbekannt, unter anderem mit dem Hit „I Got You Babe“. Sonny Bono wechselte später in die Politik, wurde Bürgermeister in Kalifornien und anschließend Kongressabgeordneter. 1986 heiratete er Mary Bono. Die Ehe dauerte bis zu seinem Tod bei einem Skiunfall im Jahr 1998.
Das Verhältnis zwischen Cher und Mary Bono galt lange als freundlich. Beide traten in der Vergangenheit gemeinsam öffentlich auf, unter anderem 1998 bei der Ehrung von Sonny & Cher auf dem Hollywood Walk of Fame. 2012 standen sie gemeinsam bei den GLAAD Media Awards auf der Bühne, als Chaz Bono, der Sohn von Cher und Sonny, für sein Engagement für die LGBTQ-Community geehrt wurde.
Der Rechtsstreit zeigt nun, wie komplex die Nachwirkungen berühmter Musikpartnerschaften sein können. Auch Jahrzehnte nach einer Trennung bleiben Rechte, Tantiemen und vertragliche Vereinbarungen ein sensibles Thema – vor allem dann, wenn künstlerischer Erfolg, Scheidung, Nachlassfragen und neue Familienverhältnisse aufeinandertreffen.
Cher selbst hatte ihre Beziehung zu Sonny Bono in einem Interview 2024 als schwer verständlich beschrieben. Trotz aller Konflikte habe es zwischen beiden eine besondere Verbindung gegeben. Der aktuelle Streit macht deutlich: Diese Verbindung wirkt juristisch und finanziell bis heute nach.
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