Es gibt Meldungen, bei denen man zweimal hinschauen muss.
Russland – eines der rohstoffreichsten Länder der Welt und jahrzehntelang Energie-Supermacht – denkt offenbar über Kraftstoffimporte nach.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Das Land mit riesigen Öl- und Gasvorkommen überlegt, Benzin aus dem Ausland einzukaufen.
Das ist ungefähr so, als würde die Schweiz Käse importieren, Italien um Nudelhilfe bitten oder Bayern Bier aus Belgien bestellen.
Der Kreml begründet die Überlegungen mit der Stabilisierung des Marktes und dem Ziel, Panikkäufe zu verhindern.
Klingt natürlich deutlich besser als:
„Unsere Raffinerien stehen wegen ukrainischer Drohnenangriffe immer häufiger still.“
Monatelang hieß es aus Moskau, die Spezialoperation verlaufe nach Plan.
Jetzt scheint der Plan allerdings darin zu bestehen, erst Öl zu fördern und anschließend im Ausland nach Benzin zu suchen.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Ironie:
Russland gehört zu den größten Energieexporteuren der Welt – und kämpft plötzlich selbst mit Spritengpässen.
Die Ukraine verfolgt mit ihren Angriffen auf Raffinerien ein klares Ziel: den Nachschub für die russische Armee zu erschweren und die Einnahmen aus dem Energiegeschäft zu treffen.
Dass der Kreml inzwischen offen über mögliche Kraftstoffimporte spricht, zeigt zumindest eines:
Die Angriffe hinter der Front bleiben offenbar nicht ohne Wirkung.
Bleibt nur noch die spannende Frage:
Von wem kauft eine Energie-Supermacht eigentlich ihren Sprit?
Manchmal schreibt die Realität eben die besten Satiren.
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