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Paketbombe erschüttert Monaco: Ukrainischer Oligarch schwer verletzt – Großfahndung nach Täter

jorono (CC0), Pixabay
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Ein Sprengstoffanschlag hat das Fürstentum Monaco erschüttert. Bei der Explosion einer Paketbombe in einem Wohngebäude wurde der ukrainische Unternehmer Vadym Yermolaiev sowie zwei weitere Personen schwer verletzt. Die Behörden behandeln den Fall als versuchten Mord und fahnden mit Hochdruck nach dem mutmaßlichen Täter.

Explosion in Wohnhaus

Die Detonation ereignete sich am Montagabend gegen 21 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Rue Révérend Père Louis Frolla, unweit der französischen Grenze. Nach Angaben der monegassischen Behörden handelte es sich um eine Paketbombe, die offenbar mit Schrauben und Metallkugeln als Splitterladung präpariert worden war.

Mehr als 100 Einsatzkräfte waren nach der Explosion vor Ort. Neben den drei Schwerverletzten mussten weitere Menschen wegen Schocks oder leichter Verletzungen behandelt werden.

Täter offenbar nach Frankreich geflüchtet

Die Ermittler gehen derzeit von einem einzelnen Täter aus. Auf Überwachungsvideos soll zu sehen sein, wie ein Mann kurz vor der Explosion einen Rucksack im Eingangsbereich des Gebäudes abstellt und anschließend zu Fuß in Richtung der französischen Nachbargemeinde Beausoleil flüchtet.

Die französischen Sicherheitsbehörden haben daraufhin eine groß angelegte Fahndung eingeleitet.

Monacos Regierungschef Christophe Mirmand sprach von einem beispiellosen Verbrechen. Nach seinen Angaben habe es eine derartige Tat im Fürstentum bislang nicht gegeben.

Oligarch lebt seit Jahren in Monaco

Nach Medienberichten handelt es sich bei dem verletzten Unternehmer um den 58-jährigen Vadym Yermolaiev, einen Immobilieninvestor aus der ukrainischen Stadt Dnipro. Er lebt seit mehreren Jahren in Monaco und besitzt inzwischen die zyprische Staatsbürgerschaft.

Yermolaiev gehörte einst zu den wohlhabendsten Unternehmern der Ukraine. Sein Vermögen wurde vom Wirtschaftsmagazin Forbes im Jahr 2020 auf rund 230 Millionen US-Dollar geschätzt.

Der Unternehmer besitzt unter anderem Beteiligungen im Wein- und Spirituosengeschäft auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Wegen dieser Geschäftsaktivitäten wurde er seit 2023 von der ukrainischen Regierung mit Sanktionen belegt.

Motiv weiterhin unklar

Über die Hintergründe des Anschlags gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft schließt einen terroristischen Hintergrund derzeit aus und ermittelt wegen versuchten Mordes.

Auch das ukrainische Außenministerium bestätigte, dass die Botschaft in Frankreich mit den Behörden in Monaco in Kontakt steht, um die Identität und den Zustand der Verletzten offiziell zu klären.

Der Anschlag sorgt im ansonsten als äußerst sicher geltenden Fürstentum für große Bestürzung. Fürst Albert II. bezeichnete die Tat als „abscheuliches Verbrechen“, das die gesamte Gemeinschaft Monacos erschüttert habe.

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