Eine Superjacht, die mit einem engen Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung gebracht wird, hat trotz der anhaltenden Blockade die strategisch wichtige Straße von Hormus durchquert.
Die 142 Meter lange Luxusjacht „Nord“, die dem sanktionierten russischen Milliardär Alexej Mordaschow zugerechnet wird, fuhr am Wochenende von Dubai nach Maskat im Oman. Damit gehörte sie zu den wenigen privaten Schiffen, die die Meerenge in den vergangenen Monaten überhaupt passierten.
Die Passage erfolgt inmitten der anhaltenden Spannungen zwischen Iran und den USA, die sich weiterhin über eine Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute streiten.
Wichtige Route für den globalen Energiemarkt
Normalerweise werden über die Straße von Hormus rund ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssiggas-Lieferungen (LNG) transportiert.
Die „Nord“ ist zwar nicht offiziell auf Mordaschow registriert. Schiffsunterlagen zeigen jedoch, dass die Jacht im Jahr 2022 auf eine Firma eingetragen wurde, die seiner Ehefrau gehört.
Das Schiff hat nach Angaben von Tracking-Diensten am Freitagabend Dubai verlassen und erreichte am Sonntagmorgen den Yachthafen Al Mouj in Maskat.
Der Wert der mehrstöckigen Luxusjacht wird auf über 500 Millionen US-Dollar (rund 370 Millionen Pfund) geschätzt.
Verkehr in der Meerenge stark eingeschränkt
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus liegt derzeit deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch des Konflikts.
Die Auseinandersetzung hat die weltweiten Ölpreise bereits spürbar steigen lassen: Der internationale Referenzpreis Brent kletterte am Montag auf 109 US-Dollar pro Barrel.
Iran schränkt den Schiffsverkehr durch die Meerenge weiterhin stark ein, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, amerikanische Streitkräfte würden eine Blockade iranischer Häfen durchsetzen.
Trotzdem gelang es der unter russischer Flagge fahrenden „Nord“, die Straße von Hormus zu passieren – obwohl private Schiffe die Route seit Beginn der Feindseligkeiten weitgehend meiden.
Russland und Iran rücken enger zusammen
Während langfristige Friedensgespräche zwischen Washington und Teheran weiter stocken, verstärkt Iran in dieser Woche seine diplomatischen Bemühungen gegenüber Russland.
Am Montag empfing Wladimir Putin in St. Petersburg eine iranische Delegation. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sprach dabei von einer „strategischen Beziehung“ zwischen beiden Ländern.
Laut der russischen Staatsagentur Tass erklärte Putin, das iranische Volk kämpfe „mutig“ für seine Souveränität angesichts des Drucks aus den USA und Israel.
Luxus an Bord – trotz Sanktionen
Die „Nord“ zählt zu den größten Superjachten der Welt. Nach Angaben des Fachmagazins Superyacht Times verfügt sie unter anderem über:
- einen Swimmingpool
- ein U-Boot
- einen Hubschrauberlandeplatz
Alexej Mordaschow gehört zu den russischen Oligarchen, die seit dem Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 mit Sanktionen der EU, Großbritanniens und der USA belegt wurden.
Bereits in der Vergangenheit hatten weder Hongkong noch die Malediven die Jacht beschlagnahmt – obwohl westliche Staaten wiederholt gefordert hatten, seine Vermögenswerte einzufrieren.
Mordaschow ist Vorsitzender des Stahlkonzerns Severstal. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Vermögen auf rund 37 Milliarden US-Dollar.
Ob er sich während der Passage durch die Straße von Hormus an Bord der „Nord“ befand, ist derzeit nicht bekannt.
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