Beim TSV 1860 München ist mal wieder Weltuntergangsstimmung. Eigentlich müsste man inzwischen sagen: business as usual. Denn kaum ein Verein schafft es so zuverlässig, sich jedes Jahr aufs Neue selbst ins Chaos zu manövrieren wie die Löwen.
Jetzt droht sogar die Drittliga-Lizenz zu platzen. Es fehlen rund 2,7 Millionen Euro — ansonsten geht’s zurück in die Regionalliga. Wieder einmal. Und während Fans verzweifelt auf irgendein Wunder hoffen, liefern sich Funktionäre, Investoren und Vereinsbosse weiterhin ihr gewohntes Schauspiel.
Investor Hasan Ismaik meldete sich nun dramatisch via Instagram zu Wort und erklärte:
„Es kann so nicht weitergehen!“
Da dürften viele 1860-Fans kurz laut gelacht haben. Denn genau diesen Satz hören sie gefühlt seit 15 Jahren — meistens von Leuten, die selbst kräftig mitgeholfen haben, dass es genau so weit gekommen ist.
Ismaik betont, er habe fast 80 Millionen Euro in den Verein gesteckt. Herausgekommen ist allerdings weniger der große Wiederaufstieg als vielmehr ein Dauerabo für Chaos, Streit, Trainerwechsel, Lizenzangst und Selbstzerfleischung.
Man muss es leider so deutlich sagen:
Bei 1860 stinkt der Fisch längst vom Kopf her.
Egal ob Präsidium, Aufsichtsrat, Investor oder Vereinsgremien — seit Jahren wirkt der Klub wie ein einziger Machtkampf mit Fußballbeilage. Statt sportlicher Entwicklung gibt es Dauerdrama. Statt Stabilität herrscht permanenter Ausnahmezustand.
Besonders absurd:
1860 München feiert in diesen Tagen eigentlich das 60-jährige Jubiläum der einzigen Deutschen Meisterschaft von 1966. Während andere Traditionsvereine Jubiläen feiern, diskutiert man bei den Löwen mal wieder über Insolvenz, Darlehen und Regionalliga.
Natürlich stellt Ismaik Bedingungen für neues Geld:
mehr Kontrolle,
strengere Finanzaufsicht,
regelmäßige Reportings
und weniger Einflussmöglichkeiten des Vereins im Falle eines späteren Verkaufs seiner Anteile.
Kurz gesagt:
Alle misstrauen inzwischen allen.
Und genau das ist das eigentliche Problem dieses Vereins.
Denn sportlich wäre bei 1860 eigentlich deutlich mehr möglich. Die Fans sind da, die Tradition ist riesig, die Strahlkraft ebenfalls. Aber solange sich die Führungsetage lieber mit internen Machtspielen beschäftigt als mit professioneller Vereinsarbeit, wird der Klub weiter zwischen Größenwahn und Absturz pendeln.
Viele Fans haben längst genug von diesem Theater. Nicht die Mannschaft allein ist das Problem — sondern vor allem die jahrelange Unruhe ganz oben.
Oder wie es viele Löwen-Anhänger inzwischen bitter formulieren:
Bei 1860 München gewinnt seit Jahren vor allem das Chaos.
Kommentar hinterlassen