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Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit Aussagen zu Impfungen und Fauci für Kritik

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in einem CNN-Interview den früheren Regierungsberater Anthony Fauci scharf kritisiert und mehrere umstrittene Aussagen zu Impfungen, Masern, RSV und Autismus wiederholt. Fachleute widersprachen ihm in wesentlichen Punkten.

Kennedy machte Fauci maßgeblich für die Maßnahmen während der Corona-Pandemie verantwortlich. Die Lockdowns hätten den Vereinigten Staaten besonders großen Schaden zugefügt, sagte er. Präsident Donald Trump habe die Beschränkungen dagegen beenden wollen.

Tatsächlich wurden viele Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen von den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und von lokalen Behörden angeordnet. Sie reagierten damit vor allem auf überlastete Intensivstationen und Hilferufe aus Krankenhäusern.

Der frühere Covid-Koordinator des Weißen Hauses, Ashish Jha, wies Kennedys Darstellung zurück. Die politische Verantwortung liege bei den gewählten Entscheidungsträgern und nicht allein bei Wissenschaftlern, die beratend tätig gewesen seien. Zudem seien mehrere Aussagen Kennedys nachweislich falsch.

Besonders kontrovers waren seine Äußerungen zu Masern. Kennedy erklärte, die betroffenen Gemeinden seien überwiegend religiöse Gemeinschaften, die Impfungen ablehnten. Zwar hatte ein Ausbruch in Texas seinen Schwerpunkt zunächst in einer mennonitischen Gemeinde, das Virus verbreitete sich jedoch auch unter ungeimpften Menschen außerhalb dieser Gruppe.

Nach den im Artikel genannten Angaben wurden 2026 in den USA so viele Masernfälle registriert wie seit 35 Jahren nicht mehr. Mehr als 90 Prozent der Erkrankten waren ungeimpft oder hatten einen unbekannten Impfstatus. Zwei Dosen des Impfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln schützen nach Angaben der Gesundheitsbehörden zu etwa 97 Prozent vor einer Maserninfektion.

Kennedy betonte im Interview, seine Behörde empfehle Eltern weiterhin die Impfung ihrer Kinder. Zugleich hatte er zuvor erklärt, der Impfschutz könne bei manchen Menschen nachlassen und damit zu Ausbrüchen beitragen. Gesundheitsexperten sehen die Hauptursache dagegen in sinkenden Impfquoten. Bei Masern gilt eine Impfquote von ungefähr 95 Prozent als notwendig, um größere Ausbrüche zu verhindern.

Auch Kennedys Aussagen zum Respiratorischen Synzytial-Virus, kurz RSV, stießen auf Widerspruch. Er behauptete, die RSV-Epidemie sei durch sogenannte Gain-of-Function-Experimente entstanden. RSV wurde jedoch bereits in den 1950er-Jahren bei Schimpansen und Kindern nachgewiesen. Die später als Gain-of-Function-Forschung bezeichneten genetischen Verfahren wurden erst Jahrzehnte danach entwickelt.

Ein weiteres Thema war die mögliche Verbindung zwischen Paracetamol, das in den USA unter anderem als Tylenol verkauft wird, und Autismus. Kennedy erklärte, zahlreiche Studien deuteten auf einen Zusammenhang bei der Einnahme während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt hin.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fand zwar Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit neurologischen Entwicklungsstörungen, konnte jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen. Andere große Studien fanden keinen entsprechenden Zusammenhang. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen Paracetamol weiterhin zur Behandlung von Schmerzen und Fieber in der Schwangerschaft, möglichst in der niedrigsten wirksamen Dosis und über einen kurzen Zeitraum.

Im Interview stellte Kennedy außerdem den Nutzen von Covid-19-Impfungen für Kinder infrage. Nach Angaben im Artikel wurden in den USA seit Ende 2020 mehr als 700 Millionen Impfdosen verabreicht. Internationale Schätzungen gehen davon aus, dass die Impfstoffe zwischen 2020 und 2024 weltweit etwa 2,5 Millionen Todesfälle verhindert haben.

Schwere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder Herzmuskelentzündungen können auftreten, gelten jedoch als selten. Untersuchungen zeigen zudem, dass geimpfte Kinder ein geringeres Risiko für Infektionen, Krankenhausaufenthalte und schwere Krankheitsverläufe haben.

Das Interview verdeutlicht den anhaltenden Konflikt über die Ausrichtung der amerikanischen Gesundheitspolitik. Kritiker befürchten, dass Kennedys Skepsis gegenüber etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen das Vertrauen in Impfungen und Gesundheitsbehörden weiter schwächen könnte.

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