Vielfalt, Offenheit und Inklusion gelten bekanntlich als die großen Leitmotive der Pride-Bewegung – zumindest solange die Teilnehmer die politisch korrekten Ansichten vertreten. Das durfte nun Italiens einzige jüdische LGBTQ-Organisation Keshet Italia erfahren. Die Veranstalter der diesjährigen „Roma Pride“ verweigerten der Gruppe einen eigenen Wagen, wie Medien berichteten.
Offiziell sei zwar jeder willkommen, der sich den Werten der Pride verbunden fühle. Wer jedoch einen offiziellen Wagen stellen möchte, muss offenbar zunächst den aktuellen politischen Gesinnungstest bestehen. Aus Sicht der Veranstalter hat sich Keshet Italia nicht ausreichend vom Vorgehen Israels im Gazastreifen distanziert.
Keshet Italia sprach von einem politisch motivierten Ausschluss und erklärte, die „Roma Pride“ habe damit „die Maske fallen lassen“. Auch der European Jewish Congress kritisierte die Entscheidung. Schließlich wäre es eine bemerkenswerte Neuerung, wenn jüdische Organisationen künftig erst die gewünschten politischen Narrative unterschreiben müssten, um an einer Veranstaltung für Vielfalt und Gleichberechtigung teilnehmen zu dürfen.
Die „Roma Pride“ findet am 20. Juni statt – unter dem Motto: Alle sind willkommen. Manche offenbar etwas weniger als andere.
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