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Räuber von Pokemonkarten

jorono (CC0), Pixabay
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Ein mutmaßlicher Räuber, der Pokémon-Karten-Verkäufer in Kanada mit Bärenspray attackiert haben soll, ist der Polizei in Vancouver mit einer ebenso ungewöhnlichen wie passenden Falle ins Netz gegangen: Die Beamten lockten ihn mit einem fingierten Karten-Deal zu einem Treffen – und nahmen ihn dort fest. Laut Polizei hatte der Verdächtige seit dem 23. März mehrfach Verkäufer über Plattformen wie Facebook Marketplace zu öffentlichen Treffpunkten bestellt. Statt die Karten zu kaufen, soll er seine Opfer mit Bärenspray besprüht, die begehrten Sammlerstücke geraubt und anschließend die Flucht ergriffen haben.

Die Ermittler reagierten mit einem klassischen Lockvogel-Einsatz: Polizisten gaben sich selbst als Verkäufer aus, kommunizierten online mit dem Verdächtigen und verabredeten ein Treffen. Als der Mann am 27. März erschien, um die vermeintlichen Karten abzuholen, klickten die Handschellen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen Mann in seinen Zwanzigern, der vermutlich allein gehandelt hat. Die Festnahme verlief demnach ohne Zwischenfälle. Die Ermittlungen laufen weiter, die Behörden gehen davon aus, dass es noch weitere bislang unbekannte Opfer geben könnte.

Der Fall zeigt, wie wertvoll Pokémon-Karten inzwischen geworden sind – und warum sie längst nicht mehr nur Kindheitserinnerung, sondern begehrtes Diebesgut sind. Seltene Karten erzielen auf dem Sammlermarkt teils spektakuläre Summen. So zahlte Influencer Logan Paul einst 16,4 Millionen Dollar für eine extrem seltene Pikachu-Illustrator-Karte im Top-Zustand. Auch einzelne Karten aus den späten 1990er-Jahren, vor allem aus dem ursprünglichen „Base Set“, können in makelloser Erhaltung sechsstellige Beträge wert sein.

Entscheidend für den Preis sind dabei Authentifizierung und Bewertung durch spezialisierte Prüfer, denn Fälschungen sind in dem boomenden Markt weit verbreitet. Besonders begehrt sind Karten der ersten Edition – allen voran ein perfekt erhaltener Glurak. Für Sammler ist das Kult. Für Kriminelle offenbar ebenfalls. Oder anders gesagt: Früher klauten Ganoven Autoschlüssel, heute reicht manchmal schon ein seltener Charizard.

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