Ein bislang unbekannter weißer Schaum auf einer viel befahrenen Autobahn in Nigeria beschäftigt derzeit Umweltbehörden und Schaulustige gleichermaßen. Die ungewöhnliche Substanz tauchte vor wenigen Tagen auf der Schnellstraße zwischen Kaduna und Abuja auf und entwickelte sich rasch zu einer Attraktion für vorbeifahrende Autofahrer.
Hunderte Verkehrsteilnehmer hielten an, um Fotos und Videos aufzunehmen. Zahlreiche Aufnahmen wurden anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet. Während einige Nutzer über einen möglichen Chemieunfall spekulierten, verglichen andere die weiße Masse mit Schnee oder einer vom Himmel gefallenen Wolke.
Der Autofahrer Isah Aminu, der die Strecke regelmäßig nutzt, berichtete, zunächst habe ihm ein anderer Fahrer erzählt, Wolken seien auf die Straße gefallen. Viele Menschen hätten diese Erklärung offenbar zunächst geglaubt.
Als Aminu selbst anhielt, habe die Substanz für ihn tatsächlich wie Schnee ausgesehen. Berührt habe er sie allerdings nicht. Andere Menschen seien deutlich näher herangegangen.
Aminu forderte die Behörden auf, schnell für Klarheit zu sorgen. Solange niemand wisse, worum es sich handele, würden Unsicherheit und Gerüchte weiter zunehmen.
Die nigerianische Umweltbehörde Nesrea leitete inzwischen eine Untersuchung ein. Mitarbeiter des regionalen Büros im Bundesstaat Kaduna besuchten die Fundstelle und nahmen Proben des Schaums. Zusätzlich wurden Bodenproben sowie Wasser aus einem nahe gelegenen Bach gesichert.
Die Materialien sollen nun in einem Labor analysiert werden. Die Behörde will herausfinden, aus welchen Stoffen die Schaummasse besteht und ob Gefahren für Menschen, Tiere oder die Umwelt bestehen.
Bis zum Abschluss der Untersuchungen warnt Nesrea davor, den Schaum, das umliegende Erdreich oder das Wasser aus dem Bach zu berühren. Es könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Substanz gesundheitsschädliche oder anderweitig gefährliche Bestandteile enthält.
Ein Sprecher erklärte, zunächst müsse zweifelsfrei festgestellt werden, worum es sich handele. Erst danach könne die Behörde konkrete Hinweise zum Umgang mit dem Material oder zu möglichen Risiken geben.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Substanz nach einem Unfall mit einem Lastwagen ausgetreten sein könnte. Welche Ladung das Fahrzeug transportiert hatte, ist bislang jedoch unklar.
Die Behörden müssen nun klären, ob es sich lediglich um ein vergleichsweise harmloses Schaummittel oder um eine gefährliche Chemikalie handelt. Bis dahin bleibt der weiße Teppich auf der Autobahn ein ungewöhnlicher Anblick – allerdings keiner, dem man aus Neugier zu nahe kommen sollte.
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