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Britin nach falschem Vergewaltigungsvorwurf in Hongkong zu sechs Jahren Haft verurteilt

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay
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Eine Britin ist in Hongkong wegen Erpressung und Behinderung der Justiz zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Sechsundzwanzigjährige einen britischen Banker fälschlich der Vergewaltigung beschuldigt hatte, um von ihm eine hohe Geldsumme zu erhalten.

Isabel Rose aus dem Londoner Stadtteil Hackney war Anfang 2024 nach Hongkong gereist, um den Mann zu besuchen. Kennengelernt hatten sich beide einen Monat zuvor in Thailand. Nach einem gemeinsamen Abend in seiner Wohnung erklärte Rose, der Banker habe gegen ihren Willen Sex mit ihr gehabt.

Der Mann wurde nach ihrer Anzeige festgenommen und verhört, später jedoch ohne Anklage freigelassen. Einen Tag darauf nahmen die Behörden Rose fest. Sie wurde schließlich wegen Erpressung und Rechtsbeugung angeklagt. Die Vorwürfe bestritt sie während des gesamten Verfahrens. Sie hält weiterhin daran fest, vergewaltigt worden zu sein.

Eine zentrale Rolle im Prozess spielten WhatsApp-Nachrichten, die beide unmittelbar nach der fraglichen Nacht ausgetauscht hatten. Rose fragte den Mann am nächsten Morgen, ob er verärgert sei, weil sie keinen Sex gewollt habe. Er antwortete, dies sei nicht der Fall.

Später schrieb Rose, er habe sie verletzt und sie habe nicht mit ihm schlafen wollen. Der Banker entschuldigte sich daraufhin und erklärte, er sei leicht betrunken gewesen und habe ihre Signale falsch verstanden. Dies sei keine Entschuldigung, schrieb er.

In einer weiteren Nachricht bezeichnete Rose das Geschehen als Vergewaltigung. Der Mann antwortete, dies entspreche keinesfalls seinen Absichten und ihm sei bei dem Gedanken schlecht.

Anschließend ging es in den Nachrichten zunehmend um Geld. Der Banker erklärte sich laut Urteil bereit, Rose ihre Reise- und Unterkunftskosten zu erstatten. Er überwies zunächst mehrere Tausend Pfund und versuchte, eine weitere Zahlung zu leisten.

Rose forderte jedoch deutlich mehr. In einer Nachricht erklärte sie, der Mann habe lediglich einen kleinen Teil dessen bezahlt, was ihr zustehe. Der Banker antwortete, er verfüge nicht über die von ihr verlangten 100.000 Pfund und könne diese Summe nicht aufbringen.

Die Staatsanwaltschaft wertete den Schriftverkehr als Beleg dafür, dass Rose den Vergewaltigungsvorwurf erfunden habe, um den Mann unter Druck zu setzen und Geld von ihm zu verlangen.

Das Gericht hatte Rose bereits im März schuldig gesprochen. Bei der Strafverkündung erhielt sie fünf Jahre Haft wegen Erpressung und weitere drei Jahre wegen Behinderung der Justiz. Ein Teil der Strafen wird gleichzeitig verbüßt, ein Jahr jedoch zusätzlich, sodass sich eine Gesamtstrafe von sechs Jahren ergibt.

Die Richterin bezeichnete das Vorgehen der Angeklagten laut örtlichen Medien als „grausam und bösartig“. Rose habe die Freundlichkeit, Naivität und das romantische Interesse des Mannes ausgenutzt.

Der Name des Bankers wurde während des Verfahrens nicht veröffentlicht.

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