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„Quantencomputer sind die nächste industrielle Revolution“

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Start-up-Investor Alfred Wieder über die Chancen einer Schlüsseltechnologie

Interview mit Venture-Capital-Investor Alfred Wieder

Kaum eine Technologie wird derzeit so intensiv diskutiert wie der Quantencomputer. Während Künstliche Intelligenz bereits den Alltag verändert, könnte das sogenannte Quantencomputing in den kommenden Jahren ganze Industrien neu definieren. Für den erfahrenen Start-up-Investor Alfred Wieder steht fest: Wer frühzeitig die richtigen Unternehmen erkennt, investiert möglicherweise in eine der spannendsten Zukunftstechnologien unserer Zeit.

Alfred Wieder gilt seit Jahrzehnten als einer der bekanntesten deutschen Venture-Capital-Investoren. Bereits lange bevor der Begriff „Start-up“ in Deutschland zum Modewort wurde, unterstützte er junge Technologieunternehmen und innovative Geschäftsmodelle. Viele sehen in ihm einen der Wegbereiter der deutschen Venture-Capital-Szene und einen Unternehmer, der früh auf Zukunftsmärkte setzte.

Herr Wieder, warum beschäftigen Sie sich gerade jetzt mit dem Thema Quantencomputer?

Alfred Wieder:
Weil wir an einem ähnlichen Punkt stehen wie beim Internet Anfang der 1990er-Jahre oder bei der Künstlichen Intelligenz vor zehn Jahren. Viele Menschen hören zwar den Begriff Quantencomputer, können sich aber noch wenig darunter vorstellen. Genau in solchen Phasen entstehen häufig die interessantesten Investitionsmöglichkeiten.

Viele Anleger halten Quantencomputer noch für Zukunftsmusik.

Alfred Wieder:
Das erinnert mich an frühere Technologien. Auch damals hieß es oft: „Das dauert noch Jahrzehnte.“ Tatsächlich entwickeln sich viele Innovationen zunächst langsam und gewinnen dann sehr schnell an Dynamik. Wir sehen heute bereits erhebliche Investitionen großer Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Bereich. Das zeigt, dass Quantencomputing längst kein rein theoretisches Konzept mehr ist.

Wo sehen Sie die größten Anwendungsfelder?

Alfred Wieder:
Vor allem dort, wo klassische Computer an ihre Grenzen stoßen. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung neuer Medikamente, Materialforschung, komplexe Logistik, Finanzmodelle oder Optimierungsaufgaben in der Industrie. Quantencomputer könnten Probleme lösen, für die heutige Hochleistungsrechner teilweise Jahre benötigen würden.

Bedeutet das automatisch, dass jedes Investment in diesem Bereich erfolgreich sein wird?

Alfred Wieder:
Nein. Gerade in jungen Technologiemärkten ist eine sorgfältige Auswahl entscheidend. Es wird Gewinner und Verlierer geben. Deshalb interessieren mich insbesondere Unternehmen mit einer überzeugenden Technologie, einem starken wissenschaftlichen Fundament und einem erfahrenen Management. Venture Capital bedeutet immer, Chancen und Risiken gleichermaßen im Blick zu behalten.

Warum faszinieren Sie Zukunftstechnologien bis heute?

Alfred Wieder:
Innovation entsteht durch Menschen mit Ideen und Mut. Ich habe mich immer dafür interessiert, Unternehmerinnen und Unternehmer zu begleiten, die neue Wege gehen. Es geht nicht nur um Kapital, sondern auch um Erfahrung, Netzwerke und langfristige Perspektiven.

Würden Sie Quantencomputing als Megatrend bezeichnen?

Alfred Wieder:
Ja. Ich glaube, dass Quantencomputing langfristig zu den Schlüsseltechnologien dieses Jahrhunderts gehören kann – neben Künstlicher Intelligenz, Biotechnologie und neuen Energietechnologien. Wer früh versteht, welche Entwicklungen hier entstehen, verschafft sich einen Wissensvorsprung.

Mehr als ein kurzfristiger Trend

Quantencomputer befinden sich zwar noch in einer frühen Entwicklungsphase, doch weltweit investieren Unternehmen, Universitäten und Staaten erhebliche Mittel in Forschung und Entwicklung. Das Ziel besteht darin, Rechenleistungen zu ermöglichen, die mit klassischer Computertechnik kaum oder gar nicht erreichbar sind.

Für Investoren bedeutet dies jedoch nicht, dass kurzfristige Erfolge garantiert sind. Vielmehr handelt es sich um einen Bereich, der Geduld, technisches Verständnis und eine sorgfältige Analyse der einzelnen Unternehmen erfordert.

Ein Blick nach vorn

Für Alfred Wieder ist die Entwicklung dennoch eindeutig:

„Technologische Revolutionen erkennt man selten daran, dass sie sofort jeder versteht. Meist erkennt man sie daran, dass sie zunächst unterschätzt werden.“

Ob Quantencomputer tatsächlich einen ähnlich tiefgreifenden Wandel auslösen wie einst das Internet, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht jedoch: Das Thema hat das Potenzial, zahlreiche Branchen nachhaltig zu verändern und gehört damit zu den spannendsten Zukunftsfeldern für Forschung, Wirtschaft und langfristig orientierte Investoren.

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